Drei Limericks

Nach langem und gründlichem Wählen
tat sich Bauer Toni vermählen.
Die liebliche Frau
ist hübsch und auch schlau
nur kann sie Kartoffeln nicht schälen.

 

Im Isartal liegt ohne Hose
so manches Pärchen im Moose.
Man lernt dort zu zwein
Physik und Latein
und trinkt dabei Bier aus der Dose.

 

Es gab eine Ehe in Stade
die war schon verbraucht und auch fade.
Der Mann dann entwich,
indem er verblich.
Die Frau fand das blöd, doch nicht schade.

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Ein wirklich ausgefallenes Haar

Ein junges, zartes Menschenhaar
Dem Kopfe ferngeblieben war.
Mochte nicht mehr luftig wallen,
war buchstäblich ausgefallen,
schwamm mit Lust und ohne Mühe
mit den Nudeln in der Brühe.
Dem Kopfe war dies völlig schnuppe:
Ein Haar ist immer in der Suppe.

Der (warme) Heinrich

Heinrich war ein junger Hahn,
der stets, wenn ihn die Hühner sahn,
rannte voller Angst und Schreck,
ängstlich weg von seinem Fleck.

Die jungen Hennen, knusprig-zart,
sie hätten sich so gern gepaart,
und auch bei den alten Glucken
fing es manchmal an zu jucken.

Doch wie sie Heinerich auch reizten,
Flügel schlugen, Beine spreitzten,
der Kerl ging nicht aus sich heraus,
im Gegenteil: Er ging an Klaus.

„Du gottverdammtes Hahnenvieh,
so gibt es neue Hühner nie“,
sprach die Bäurin voll Verdruss,
und schon war es mit Heinrich Schluss.

Merke:
Sind dir Hennen gänzlich schnuppe,
landest schnell du in der Suppe.

Der Professor im Supermarkt

Oft schon war Professor Lobrecht
in den Supermarkt gegangen,
wo der Mensch nicht mehr bedient wird
und dann warten muss in Schlangen.
Er genoss die große Auswahl,
die er dort zu finden wusste
und die Leichtigkeit des Kaufens,
weil er nicht bezahlen musste.
Manchmal fragte er sich freilich,
was die Warteschlangen sollten,
und warum die vielen Leute
nicht sogleich nach Hause wollten.
Doch schon hatte der Professor
wieder tiefere Gedanken,
ging, mit Waren in den Taschen,
einfach durch die Kassenschranken.

Niemand hemmte seine Schritte,
keiner hielt den Armen auf,
und so nahm denn das Verhängnis
eines Tages seinen Lauf:
Eine starke Hand ihn packte,
als er vor dem Ausgang stand.
Später man bei dem Professor
ein ganzes Warenlager fand.

Als kurz darauf ein strenger Richter
ihn fragte, ob er auch bereute,
da hörte man ihn murmelnd fragen:
„Ach, bezahlen müssen dort die Leute?“

Der Mönch

Es wollten sich vor vielen Jahren
ein Mönch und eine Nutte paaren.
Der Mönch legte die Nutte
auf seine braune Kutte,
nachdem er diese ausgetan
und fing gleich mit der Arbeit an.
Gar bald schon war das Werk geschafft
und unser Mönchlein abgeschlafft.
Dies rief hervor der Nutte Hohn,
die jetzo heischte ihren Lohn.
Der Mönch hingegen, frei und frank
erklärte: „Leider bin ich blank.
Kein einz’ger Cent ist mir beschieden:
Gib dich mit Gottes Lohn zufrieden.“

Abschließend sei nur noch erwähnt,
dass Gott die Haftung abgelehnt.

Moral für Dienstleister:
Vertraue keinem Mönche nicht,
sofern es ihm am Geld gebricht.

Die Mücke

Professor Lobrecht geht zur Ruh‘,
deckt sich, behaglich lächelnd, zu,
doch als er sanft die Augen schließt,
ein feines Summen ihn verdrießt.

Es kommt ihm immer lauter vor,
ist nun direkt an seinem Ohr,
er fragt sich bang: „Was kann das sein?“
Da tritt urplötzlich Stille ein.

Ganz ruhig ist es, des Schlafes Arm
umfängt Professor Lobrecht warm.
Er atmet tief und träumt fast schon,
da hört er wieder diesen Ton.

Es summt und surrt und singt und schwirrt,
der Herr Professor ist verwirrt.
Er lauscht gespannt und wundert sich,
da fühlt er einen feinen Stich.

„Ein Mückenvieh“, durchfährt es ihn,
sein Schlafbedürfnis ist dahin.
Er macht sich Licht, damit er sieht,
da sticht es ihn ins Augenlid.

Sein rechtes Auge schmerzt und schwillt,
jetzt wird der Herr Professor wild.
Er schlägt darauf und trifft genau:
Sein Augenlid wird grün und blau.

Die Mücke traf er leider nicht,
ruhig summt sie um das Nachttischlicht.
Professor Lobrecht starrt sie an
und macht zur Jagd sich einen Plan.

Springt aus dem Bett im Schlafgewand,
nimmt den Pantoffel in die Hand,
er hebt ihn hoch, schlägt zu, es klirrt,
die Mücke jetzt im Dunklen schwirrt.

Erschrocken ist der arme Mann
und macht die große Lampe an,
da tritt sein linker Fuß fürbass
hinein ins Nachttischlampenglas.

Schon fließt der erste Tropfen Blut,
den Herrn Professor packt die Wut,
er flucht vor Schmerz, die Lippe bebt:
„Jetzt, Untier, hast Du ausgelebt.“

Die Mücke unterdessen fand
ein ruhiges Plätzchen an der Wand,
dort ist es sicher, hell und warm
und viel zu hoch für Lobrechts Arm.

„Das nützt Dir nichts“, ruft Lobrecht laut,
und eh man sich noch recht verschaut,
schlurft er mit schmerzbetäubtem Sinn
leicht humpelnd zur Kommode hin.

Nun schiebt er sie, er ächzt und schwitzt,
zur Wand, dort, wo die Mücke sitzt.
Sein Zorn kennt keinen Weg zurück,
er klettert auf das Möbelstück.

Schon ist er oben, hebt den Schuh,
gleich schlägt der Herr Professor zu.
Er flüstert: „Mir entgehst du nicht“,
da kommt er aus dem Gleichgewicht.

Das Weitere erzählt sich leicht:
Der Schlag die Mücke nie erreicht,
Professor Lobrecht schwankt und fällt,
da gibt es nichts mehr, was ihn hält.

Es fällt der Mann, es fällt der Schuh,
und die Kommode kippt dazu.
Am Boden liegen alle Drei:
Da summt die Mücke leis‘ herbei.

Sie schaut sich die Zerstörung an
und denkt: „Nun seht nur diesen Mann.
Dort liegt er, stöhnt und jammert sehr,
doch gab ein Tröpfchen Blut nicht her.“

Der Schweine-Igel

Ein Igel nahm sich eine Frau,
warum, das weiß man nicht genau;
zumindest galt es nicht als fein,
ein Igel ohne Frau zu sein.

Sehr schnell war dies der Igel leid.
Er dachte traurig an die Zeit,
als er noch Junggeselle war,
und nicht nur Teil von einem Paar.

Auch junge Igel kamen an,
die sahen ihn nur dann und wann.
Nach anderem stand ihm der Sinn:
Gertrud, der jungen Igelin.

Er Gertrud zur Geliebten nahm,
von der er nie genug bekam.
Im Rausche war der Nimmersatt,
da fuhr ihn – peng – ein Auto platt.

Moral:
Wer sich ein Liebchen hat genommen,
kann leicht unter die Räder kommen.