Franz und der Pfarrer

Bei Mariä Himmelfahrt

ward dem Franz der Pimmel hart.

Drum lief er schnell zum Pfarrer hin

und beichtete mit frommem Sinn.

Der Pfarrer greift ihm ans Gemächt:

„Für dein Alter gar nicht schlecht.“

Dem Franz ging’s besser augenblicklich;

denn solch ein Priesterlein macht glücklich.

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Herr von Hagen im Bett

Herr von Hagen kam zu Bette
in der Nacht, so gegen vier.
Dort empfing ihn seine Nette.
Glücklich war er nur mit ihr.

Sie hatte lange schon geschlafen
und ihn dabei nicht vermisst,
weil im alten Ehehafen
das nun mal nicht anders ist.

Dennoch sie sich sehr empörte:
„Du bist ein böser, schlechter Mann.“
Weil sich das halt so gehörte,
fing sie laut zu keifen an.

Herr von Hagen ward ganz stille,
lächelte leis innerlich:
„Meine Liebe, meine Gute,
was wär ich bloß ohne dich.“

Verschiedene Sichtweisen

Der Gläubige wird Atheist,
der Ketzer gerne predigt.
Der Asoziale wird sozial,
der Soziale asozial.
Vernunft ist lang erledigt.
Die Natur braucht viel Zement,
und Plastikzeug kommt ungehemmt.
Vom Wasser haben wir genug.
Menschenmüll, ein schöner Zug.
Die Waffen sind ganz wichtig.
Alles läuft sehr richtig.
Die Politik wird menschlich.
Begreifen wir es endlich?