Lauf der Zeit

In der schönen Herbsteszeit
ist es bis Weihnachten nicht weit.
Und ist Weihnacht endlich hier,
steht bald der Osterhas‘ Spalier.
Kaum ist der milde Lenz vollbracht,
kommt des neuen Sommers Pracht.
Und dann ist es nicht mehr weit
bis zur schönen Herbsteszeit.

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Die Weisheit

Jugendzeit, die übervolle:
Die Weisheit spielt noch keine Rolle.

Erwachsnenalters Blütezeit:
Die Weisheit ist noch ganz, ganz weit.

Im Abendsonnenschein des Lebens:
Die Weisheit suchst du stets vergebens.

In des Todes düstrer Stunde
tritt die Weisheit in die Runde.

Sie fragt: „Warst du im Leben glücklich?
Dann komm zum Himmel – augenblicklich!“

Waldgedanken

Oktobersonne am Waldessaum.
Heiß ist es, man glaubt es kaum.

Hat das Klima sich erhitzt?
Fragen manche ganz gewitzt.

Nein, es war schon immer so.
Klimawandel? Ach, i wo!

Wer hat Recht, wir werden sehn –
doch heute ist die Welt sehr schön!

Späte Pilze stehen stumm
in dem feuchten Moos herum.

Äschen in dem Kraftwerksgraben,
die sich an Herbstes Fliegen laben.

Lieber Gott, lass diese Sonne
auf uns scheinen noch ein Weilchen,
dann ist das Leben eine Wonne.
Vom Ganzen sind wir nur ein Teilchen.

Früher war alles viel besser

(Eines meiner Gedichte aus ca. 1980, leider teilweise noch heute aktuell. Manche wollen nicht lernen.)

Früher war alles viel besser,
das Essen, das Leben, der Krieg.
Wie plätscherten klar die Gewässer,
und stolz kämpfte man für den Sieg.

Man floh noch des Schullehrers Rute,
und träumte so froh in der Not.
Die Schurken erhielten die Knute,
wir ehrten, weil hungrig, das Brot.

Man achtete noch die Gesetze
und diente ganz brav und loyal,
verschloss seine Ohren der Hetze
von links, wie’s der Führer befahl.

Und wie ging es dann an das Aufbau‘n,
wir nahmen die Schippe zur Hand!
Da könnte man heute glatt draufhau‘n,
sieht man das Gesindel im Land.

Im Kopf habe sie leere Flausen,
sind rot oder grün nebenbei.
Zu zwölft sie in Bruchbuden hausen,
sie stinken, sind dreckig – und frei.

Und dann erst die ganzen Kanaken,
der farbige Abschaum im Land.
Man sollte am Kragen sie packen,
dann stellen wir sie an die Wand.

Falls Krieg kommt, so muss es ihn geben,
wir werden ihn schon übersteh‘n.
Die Kinder, falls sie es erleben,
sie werden es später dann seh’n:

Denn früher war alles viel besser,
das Essen, das Leben, der Krieg.
Wie plätscherten klar die Gewässer,
und stolz kämpfte man für den Sieg.