Blick nach vorn

Blick nach vorn – Ein Gedicht von Berndt Baumgart

Blick nach vorn

Hinter grauem Winterhimmel

siehst du Frühlings Sonnenschein.

Neben dunklem Weltgetümmel

kann auch Wunderschönes sein.

Erkennen müssen wir es nur.

Schon ist die Depression vorbei.

Die Traurigkeit? Ach, keine Spur.

Das Leben jauchzt. Und bald ist Mai.

Der Mensch und das Wetter

Der Mensch und das Wetter

„Das Wetter ist so störrisch dieses Jahr.

Es ist nicht mehr, so wie es früher war.

Hat denn der blöde Himmel nichts gelernt?

Vom Guten ist das alles weit entfernt.

Im Winter darf es schneien, nicht zu viel.

Und wärmer dann im Sommer, wenn Mensch will.

Alles ganz ruhig und schön gemäßigt nur

Von Kapriolen woll’n wir keine Spur.“

So fing des Wetters Umerziehung an.

Mit Flugzeugen und Bomben es begann.

Die Menschen fluchten, schrien rundheraus:

 „Wir treiben dir die bösen Flausen aus!“

Das Wetter dachte sich: “Du armer Tropf.“

Es warf ihm dicken Hagel auf den Kopf.

Mit Blitz und Sturmflut machte es ihn weich.

„Ich hab‘ die Herrschaft auf dem Erdenreich.“

Thomas, der Regenwurm

In einem kalten Herbstessturm

kroch Thomas, unser Regenwurm

an sein Erdloch schnell heran.

Um sein Leben ward’s ihm bang.

Der Wind war stark und auch sehr kühl.

Thomas hatte im Gefühl:

„Gleich kommt der Tod, ach wie gemein.“

Er kam ans Loch, kroch flugs hinein.

In dem milden Frühjahrswind

kroch heraus ein Wurmeskind.

Er, sie, es

Er sagt  immer:  „Hab ich auch“.

So war‘s schon beim Vater Brauch.

Der andre sagt: „ Ist mir egal.

Mir ist es wurscht in jedem Fall.“

Sie zu jedem „bäääh“ nur sagt,

weil ihr alles nicht behagt.

Die andere sagt gerne „Ich“ –

beide sind sie widerlich.

Wie schön, dass es auch solche gibt,

bei denen man das Leben liebt.

Freundlich und ganz ohne Neid.

Wo gibt es sie? Sagt mir Bescheid!