Der Winter

Winter kommt auf leisen Sohlen,
will die letzte Wärme holen.
Wenn wir uns dagegen wehren,
Eismann lässt sich nicht bekehren.
Also bleiben wir ganz stille,
denken, es sei Gottes Wille.
Bleiben in den warmen Räumen,
wo wir von dem Sommer träumen.

Das Problemschaf

Ein kleines Schaf lief frei herum

im schönen Ort  Bad Bürgersbrunn.

Der Menschen Angst war ziemlich groß:

Was will das weiße Schaf denn bloß?

Vielleicht unsre Katzen quälen,

sich mit einem Hund vermählen?

Warum ist’s nicht auf der Weide?

Ist es christlich oder Heide?

Schäflein  brachte viele Fragen.

Keiner wusste recht zu sagen,

wofür im Ort es nütze sei.

Es lief herum, war einfach frei.

Am Kinderwagen schnüffelt’s gar-

die Mutter voller Panik war.

Und so hat der Rat beschlossen:

Dieses Schaf gehört erschossen.

Das Gedicht vom Henkelmann

Mein guter alter Henkelmann,

lang hatte ich viel Freude dran.

Viel länger als ich denken kann

da war er stets mein Henkelmann.

Ich aß und trank sehr gern daran,

gar köstlich war‘s vom Henkelmann.

Am Schuh war oft kein Senkel dran –

Es stört ihn nicht, den Henkelmann.

Gern war ich auch beim Henderlmann,

sah dort die Brathenderln mir an;

und waren noch die Schenkel dran,

hob  sich bei mir der Henkelmann.

Die schöne Zeit beim Henderlmann,

voll Wehmut denk ich oft daran;

auch heut noch nasch‘ ich dann und wann

an Henderln mit dem Henkelmann.

Viel später hat mein Enkel dann

ihn aufgefüllt mit Sand und Schlamm.

Ich warf ihn fort, weiß nicht mehr, wann.

Den guten, alten Henkelmann.

Vielleicht kommt er zurück alsdann –

Zwei Blechtöpfe, für einen Mann.

Mit einem Henkel obendran:

So war halt nur der Henkelmann.

Grund zum Feiern

Zwei Dinge, die man besser lässt,
sind Ostern und das Weihnachtsfest.
Das religiöse Ritual
bedeutet vielen eine Qual.

Am besten ists mit Toleranz:
Der eine lässt das Feiern ganz,
der andre suhlt sich im Gewühl,
weil seine Seele es so will.

Zum dritten Weg ist es noch weit:
Zur Liebe und zur Menschlichkeit.
Ist diese auf dem Erdenrund,
gibt es zum Feiern jeden Grund.

Die Kröte in der Friedhofsvase

Kröte in der Friedhofsvase

nutzt in einer Trockenphase

dies Behältnis zum Verstecken;

wollt die Mutter nicht erschrecken.

Mutter fand sie glotzend kauern,

sah den Teufel auf sie lauern:

Ihr Schrei kam mit ganz schrillem Klang.

Die Kröte leis von dannen sprang.

Wohnrecht hat sie aufgegeben,

wählte sich ein neues Leben.

Fern vom Friedhof und der Mutter

fand sie neues Krötenfutter.

 

Die Wahl

Die Grünen und die Linken
auf beiden Beinen hinken.
Die Sozis und die Rechten
den Menschverstand nur knechten.
Auch die von der Satire
geh’n leider in die Irre.
AfD und ÖDP
tun den Bürgern richtig weh.
F.D.P. fällt immer um,
denkt, die Leute seien dumm.
Bleiben noch die mit dem „C“:
Gottlos waren sie seit je.
Und mag es sonst nichts geben,
dann wählen wir das Leben.
BerndtB
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Veröffentlicht am 11.12.2019. Textlänge: 67 Wörter; dieser Text wurde bereits 1 mal aufgerufen; der letzte Aufruf war am 11.12.2019.
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