Das Tier hat man zum Fressen gern

Gedicht von Berndt Baumgart/ Illustration von Nadia Baumgart

Das Tier hat man zum Fressen gern

Feinkost für Tiere aus Pute und Schwein.

Vielleicht sogar Rind, was darf´s denn heut sein?

Wir Menschen sind brav und dienen dem Tier.

Freut sich unser Tier, dann lachen auch wir.

Samtpfoten, Fellnasen, andres Getier-

Daisy und Bello, wir lieben sie schier.

Es gibt Superfood, mit Liebe gekocht.

Auch Amy hat das schon immer gemocht.

Haustiere, Spieltiere, Tiere zum Fraß:

Wir lieben sie sehr. So einfach ist das.

Des Huhnes Problem

Illustrierte Gedichte von Berndt Baumgart
Illustriertes Gedicht von Berndt Baumgart

Des Huhnes Problem

Auf einem alten Odelfass

saß ein Huhn und wurde nass,

denn es schüttete gar sehr.

Der Regen nahm kein Ende mehr.

„Was soll ich tun?“, das Huhn sich fragt.

Zitternd es sein Los beklagt.

„Im Hühnerstall, da wär es schön.

Ich brauchte nur hineinzugeh‘n.

Doch dort ist der geile Hahn,

den ich nicht ertragen kann“.

Das Huhn blieb sorgend auf dem Fleck.

Die dunklen Wolken zogen weg

und warme Sonne kam heraus.

Schon war des Huhnes Sorge aus.

Der Gänsesäger

Kaum jemand kennt den Gänsesäger,

denn Gänse sägen kann nicht jeder.

Sein Schnabel ist gesägt und spitz,

und Fische frisst er – ohne Witz.

Der Schnabel vorn nach unten geht,

was beim Hinschaun man versteht.

Des Weibchens Schopf ist bräunlich-wild,

wie man es sieht auf manchem Bild.

Das Männchen schwimmt in stolzer Pracht:

Kopf, Rücken, schwarz – so wie die Nacht.

Unten weiß, ganz wie ein Schwan,

wir mögen dich, du Sägemann.

Blick nach vorn

Größer, weiter, länger, mehr:

Die Welt verneigt sich vor Rekorden.

Normales zählt heut nicht so sehr.

Immer schriller schrein die Horden.

Wo wird das alles hin uns führen?

Was ist noch wert das kleine Glück?

Das, was wir in uns selber spüren,

gibt uns die Menschlichkeit  zurück.

Ich will froh in die Zukunft schauen,

lass mir das Leben nicht versauern.

Auf Träumen meine Brücken bauen,

und so mag es noch lange dauern.

Gedichte von Berndt Baumgart

Einfache Lösung

Wir flüchteten in die Natur.

Vom Himmel sah‘n wir keine Spur.

Es war trübe und auch kalt.

Wir fühlten müde uns und alt.

Da, schau mal hin, was ist denn das?

Ein Rotkehlchen sitzt auf dem Gras.

Es blinzelte uns freundlich zu.

Verflogen war  der Frust im Nu.

Gedicht von Berndt Baumgart – Illustration von Nadia Baumgart