
Wir wandern in der Zeit umher;
das Laufen fällt uns gar nicht schwer.
Wir hoffen, dass es ewig sei,
doch eins, zwei, drei ist es vorbei.

Wir wandern in der Zeit umher;
das Laufen fällt uns gar nicht schwer.
Wir hoffen, dass es ewig sei,
doch eins, zwei, drei ist es vorbei.

Sei freundlich stets zu jedermann;
denn so man nur gewinnen kann.
Zeig‘ deine Zähne, weiß und schön.
Sei brav und lass dich niemals gehn.
Wenn alle sagen „Der ist lieb“,
bist du ein rechter Herzensdieb.
Es geht dir gut auf dieser Welt,
auch, wenn dir manches nicht gefällt.
Du hast nur Freunde, keinen Feind,
und jeder gut es mit dir meint.
Dann sinkst du fröhlich in das Grab.
So gut wie dich es keinen gab!

„Ich bitt‘ dich, Spiegel, schau‘ mich an“.
„Scher‘ dich doch fort, du alter Mann.
Hab‘ schon viel bessere geseh’n,
intelligent und wunderschön“.
„Rahmen aus Gold, den schenk‘ ich dir!“
„Ach Mann, du bist so gut zu mir.
Entschuldige den bösen Ton;
ich liebe dich doch, immer schon“.

Ich schneide jetzt die Zwiebel,
doch dabei wird mir übel,
und meine Tränen fließen.
Jetzt muss ich auch noch niesen.
Gut kochen für das Leben,
es ist mir nicht gegeben.
Warum soll ich mich stressen?
Ich geh‘ im Gasthaus essen.
.

Bin hier seit zwölfhundert Jahren,
vor mir war es ein Römerweg.
Kutschen sind auf mir gefahren,
hinten kommt aus Holz ein Steg.
Ritter, Bauern und Kanonen,
befuhren mich zu ihrer Zeit.
Heute fliegen oben Drohnen;
der Krieg bringt immer Menschenleid.
Wenn die Heutezeit vergangen,
werde ich nur ein Feldweg sein.
So, wie Tiere auf mir sprangen,
wird es im neuen Frieden sein.
–

Im Wahlkampf geht es feurig her,
wer hier denn nur der Beste wär.
Sie streiten sich, so ist es recht;
DIES ist sehr gut, und DAS ist schlecht.
DU weißt es nicht, doch ICH weiß, wie –
So lebt bei uns Demokratie.
Wir wählen gerne, dann und wann,
das ist es, was man machen kann.
Berlin, Europa, Kommunal,
viel Wahlen gibt es an der Zahl.
Am Ende ändert sich nicht viel –
Doch wir spielen gern dies Spiel!

Die Verse und die Poesie;
den Sinn begreift der Dichter nie.
Er schreibt drauf los, jetzt ist es da!
Die ganze Welt ist wunderbar.
Der große Wurf gelingt ihm kaum.
Ein Dichter lebt in seinem Traum.

In trübem Wetter leben wir,
doch manche sind ganz gerne hier.
Wir lieben jeden Sonnenstrahl,
der selten hier ist, allemal.
Träumen von der Sommerhitze,
lieben die Gewitterblitze.
Auch Frühlingswärme wäre schön;
jetzt ist Nebel nur zu sehn.
Es hilft kein Jammern und kein Schrein:
Wir müssen halt zufrieden sein.

Wir gehen in ein Wunderland,
voll Drohnen und Raketen.
Gewehre haben wir zur Hand,
um Frieden wir stets beten.
Die Friedenszeit ist wunderbar,
ach, lasst sie uns genießen.
Das Ende kommt bald, ganz und gar.
Auf uns die Blumen sprießen.
.
#gedichte