Des Huhnes Problem

Illustrierte Gedichte von Berndt Baumgart
Illustriertes Gedicht von Berndt Baumgart

Des Huhnes Problem

Auf einem alten Odelfass

saß ein Huhn und wurde nass,

denn es schüttete gar sehr.

Der Regen nahm kein Ende mehr.

„Was soll ich tun?“, das Huhn sich fragt.

Zitternd es sein Los beklagt.

„Im Hühnerstall, da wär es schön.

Ich brauchte nur hineinzugeh‘n.

Doch dort ist der geile Hahn,

den ich nicht ertragen kann“.

Das Huhn blieb sorgend auf dem Fleck.

Die dunklen Wolken zogen weg

und warme Sonne kam heraus.

Schon war des Huhnes Sorge aus.

Einfache Lösung

Wir flüchteten in die Natur.

Vom Himmel sah‘n wir keine Spur.

Es war trübe und auch kalt.

Wir fühlten müde uns und alt.

Da, schau mal hin, was ist denn das?

Ein Rotkehlchen sitzt auf dem Gras.

Es blinzelte uns freundlich zu.

Verflogen war  der Frust im Nu.

Gedicht von Berndt Baumgart – Illustration von Nadia Baumgart

Unser König

Wir Menschen brauchen einen König.

Die Vernunft bedeutet wenig.

Als Führer geht er vorneher.

Uns Kindern fällt das gar nicht schwer.

Er sagt, was gut und richtig sei.

Das andere ist einerlei.

So schützt er uns  vor Angst und Not

Vor der Krankheit und dem Tod.

Und am Ende heißt es noch:

Unser König lebe hoch.

Der Problemwolf

Ein Wolf aus den Karpaten

zum Mittelmeer wollt wandern.

Die Bären waren Paten.

Ihn lockte es nach andern

kleinen Wölfen im Revier;

denn er war ein Neugiertier.

So lief er viele Tage,

die Menschen wollt‘ er meiden;

sie war‘n ihm eine Plage

und konnten Wolf nicht leiden.

Die Alpen überquert er,

kam danach in Spanien an.

Seine Wölfin liebt er sehr,

und zwei Welpen kamen dann.

Die Jäger von den Farmen,

sie waren ohne Gnade

und hatten kein Erbarmen.

Ums Wölflein war es schade.

Doch schon im nächsten Jahre,

da wanderten die Jungen

bis hin zu den Karpaten.

Die Bären wurden Paten.