Der Traum

Gott erschien mir einst im Traum.

Ja, ich weiß, Ihr glaubt es kaum.

Leise sprach er in mein Ohr.

Manchen kommt das albern vor.

„Ihr Menschen seid fürwahr sehr dumm,

bringt Euch oft gegenseitig um.

Macht Euer Leben ständig schwer.

Die Liebe hinkt schwach hinterher.

Die Bildung schwindet und der Geist.

Ihr glaubt zu wissen, und das heißt,

dass Ihr so töricht wie zuvor.“

Mir kam das ziemlich logisch vor.

„Die Freiheit hab ich Euch geschenkt,

Ihr nutzt sie wenig, und ihr denkt,

dass Euch die Politik regiert.

Doch dabei werdet Ihr verführt.

Den Wissenschaftlern glaubt Ihr gern.

Die Weisen seht ihr eher von fern.

Ihr folgt dem großen Kapital.

Philosophie, sie war einmal.

Jetzt heißt es: Hauptsache gesund.

Geimpft wird, und der Bauch ist rund.“

Ich wollte antworten recht schwach.

Da wurde ich ganz plötzlich wach.

Der Gänsesäger

Kaum jemand kennt den Gänsesäger,

denn Gänse sägen kann nicht jeder.

Sein Schnabel ist gesägt und spitz,

und Fische frisst er – ohne Witz.

Der Schnabel vorn nach unten geht,

was beim Hinschaun man versteht.

Des Weibchens Schopf ist bräunlich-wild,

wie man es sieht auf manchem Bild.

Das Männchen schwimmt in stolzer Pracht:

Kopf, Rücken, schwarz – so wie die Nacht.

Unten weiß, ganz wie ein Schwan,

wir mögen dich, du Sägemann.