Schreiben heute

Schreiben heute


Die Journalisten treffen sich:

Was ist unsre Meinung heute?

Das Schreiben ist jetzt fürchterlich.

Woran glauben heut die Leute?

Was war denn gestern im TV?

Wie ist die Clickrate FB?

Weiß das denn jemand ganz genau?

Was schreiben wir, o weh, o weh?

Hören wir auf die Entscheider!

Meinung wird stets neu geboren.

Das ist dumm, so ist es leider.

Und die Freiheit ist verloren.

Der Machtwechsel

Machtwechsel - Gedicht von Berndt Baumgart
Der Machtwechsel – Ein gedicht von Berndt Baumgart

Der Machtwechsel

Narr, sei lustig, sprach der König.

Traurig bin ich, lach zu wenig.

Zeig mir deine schönsten Possen.

Müde bin ich, sehr verdrossen.

Der Narr indessen, wie befohlen,

will des Königs Trauer holen.

Zieht ihm vom ergrauten Haupte

güldnes Krönlein, das verstaubte.

König sprach, du Narrenknabe

hast die ganz besondre Gabe

frech zu sein, fast unerträglich.

Nimm die Krone, trag sie täglich.

Auf ein Neues

Humorvolle Gedichte - Illustrierte Gedichte
Gedichte von Berndt Baumgart – Auf ein Neues

Auf ein Neues

Der Mann steht vor dem Spiegel.

Er findet sich sehr schön.

Ist wirklich nicht so übel.

Und sehr nett anzusehn.

Die Haare, sie sind dünner.

Den Armen fehlt die Kraft.

Der Zipfel steht noch immer.

Doch nur mit wenig Saft.

Die Frau findet sich hässlich.

Wie sind die Falten tief!

Der Busen, er ist grässlich.

Die Nase ist recht schief.

Es trafen sich die beiden

ganz spät, sie tranken viel.

Bald konnten sie sich leiden,

und schon begann das Spiel.

Der Schnee

Gedichte von Berndt Baumgart
Gedicht von Berndt Baumgart – Der Schnee

Der Schnee

Der Schnee, er fällt am Tage

und manchmal in der Nacht.

Dem einen ist er Plage,

den andern froh er macht.

Ach, wär‘ er nicht so kühle,

hing kalt an jedem Ast.

Mit etwas Sommerschwüle

da liebte ich ihn – fast.

Der Mond

Illustriertes Gedicht von Berndt Baumgart
Gedicht von Berndt Baumgart – Illustration von Nadia Baumgart

Der Mond

Der Vollmond scheint ins Zimmer rein.

Manch einen freut sein heller Schein.

Dem andern ist der Mond ein Graus.

Er traut sich nicht mehr aus dem Haus.

Hat Angst vor Feen und Gespenstern.

Die lauern nächtens vor den Fenstern

und rutschen rein, du glaubst es nimmer,

auf Lunas Strahl in Schlafes Zimmer.

Der Mond hält ständig uns auf Trab:

Mal nimmt er zu, mal nimmt er ab.

Mich macht er froh und manchmal munter.

Und ich werde immer runder.

#gedichte