Der Narzist

Der Narzist – Ein Gedicht von Berndt Baumgart

Der Narzisst

Sieh da. Der Spiegel schaut mich an.

Er zeigt mir einen netten Mann.

Wie toll, solch einen Mann zu sehn.

Er lacht mich an. Die Welt ist schön.

#gedichte #humor

Das Gebet

Das Gebet – Illustriertes Gedicht von Berndt Baumgart

Das Gebet

Wir Menschen sollen Gutes tun.

Doch tun wir oft das Schlechte.

Ja, was ist denn das Gute nun?

Das weiß nur der Gerechte.

Wo mag denn der Gerechte sein?

Das frage ich beklommen.

Hör einfach in dein Herz hinein.

Dann wird er zu dir kommen.

Der Schmetterling

Der Schmetterling – Illustrierte Gedichte von Berndt Baumgart

Der Schmetterling

Ein lustiger Falter im Frühlingslicht schwebt.

In Freude verwandelt sich menschliches Leid.

Die Seele erlebt nun die bessere Zeit,

wenn Falter die Wochen sanft tänzelnd durchlebt.

#gedichte #schmetterling

Für die Gesundheit

Gesundheit - Ein Gedicht von Berndt Baumgart
Für die Gesundheit – Ein Gedicht von Berndt Baumgart

Für die Gesundheit

Professor Lobrecht ging spazieren

in dem Kurpark ganz allein.

Das Laufen wollte er probieren –

Laut dem Doktor soll es sein.

Nun lief er also fast zwei Stunden,

bis die Füße taten weh.

Er zählte schon nicht mehr die Runden.

Wund war jetzt der kleine Zeh.

Doch dann im Biergarten wurd’s heftig.

Bald vergessen war die Pein.

Der Herr Professor soff sehr kräftig –

Abends brachten sie ihn heim.

#gesundheit #gedichte

Freund oder Feind

Freund oder Feind

Deine Feinde schaden dir,

deshalb halte eher zu mir.

Deine Freunde lieben dich,

also nimm zum Freunde mich.

Wenn du mich zum Freunde hast,

bist du sicher – oder fast.

Tust du all das, was ich will,

bin ich freundlich und halt still.

Falls es dann doch schlimmer wird,

hast du dich in mir geirrt.

Und bist du verzweifelt dann,

fängt es halt von vorne an.

#gedichte #lyrik

Abendtraum

Illustriertes Gedicht über Todesflucht
Abendtraum – Ein Gedicht von Berndt Baumgart

Abendtraum

An einem alten Eichenstamm

saß ich in einem Traume.

Gedanken flogen sanft heran

in einer Abendlaune.

Ich sah den dunklen Himmel an.

Die Sterne funkelnd hell.

Es zog der Mond die alte Bahn.

Der Tag verging so schnell.

Des Baumes Wipfel raunt mir zu:

Du lieber, dummer Narr!

Dein Leben, das vergeht im Nu –

Doch ich bleib länger da.

Nein, rief ich in des Baums Geäst –

Ich komm zu dir geschwind.

Wenn du mich auf dich klettern lässt,

der Tod mich dort nicht find‘t.

Und als die Kron‘ erreicht ich fast,

ein spöttisch Lied im Sinne,

da saß der Tod auf einem Ast

und sprach mit leiser Stimme:

Ich dachte schon, du kommst nicht mehr.

Nun ist es doch geschehen.

Mein lieber Freund, ach komm nur her,

lass uns gemeinsam gehen.