Die Libellen

Schmetterlinge und Libellen,
sie schwirren über uns umher.
Vieles könnten sie erzählen;
doch sie verstehen, fällt uns schwer.

Unsre Leben sind verschieden,
jeder tut, was ihm beschieden.
Sie leben kurz, wir leben lang,
doch ziehen wir am gleichen Strang.

Diese Erde wir uns teilen;
doch so lang wir hier verweilen,
sollten wir in Frieden leben.
Über uns Libellen schweben.

Überlebensglück

In dem Käse kriechen Maden.
Fliege hängt am Spinnenfaden.
Der Fliege Leben ist vorbei.
Den Maden ist das einerlei.

Sie leben im Schlaraffenland.
Die Not ist ihnen unbekannt.
Sie krabbeln hin und wimmeln her,
Ihr Leben ist ohne Beschwer.

Bei den Menschen ist es ähnlich.
Es ist gar nicht ungewöhnlich.
Der eine frisst, der andre stirbt.
Ein schwaches Wesen bald verdirbt.

Der Blitz

Ringsherum die Luft ist still,
und kein Lüftchen regt sich hier.
Trump macht alles, was er will.
Er ist wahrlich keine Zier.

Aber jammern nützet nicht;
Welt geht weiter ihren Gang.
Ober stets den Unter sticht.
Wer reich ist, fast alles kann.

Ein Gewitter kommt herbei,
ich wach auf aus diesem Traum.
Leise kommt ein Klageschrei,
und ein Blitz fällt meinen Baum.

Rezept zur Freude

Sei freundlich stets zu jedermann;
denn so man nur gewinnen kann.
Zeig‘ deine Zähne, weiß und schön.
Sei brav und lass dich niemals gehn.

Wenn alle sagen „Der ist lieb“,
bist du ein rechter Herzensdieb.
Es geht dir gut auf dieser Welt,
auch, wenn dir manches nicht gefällt.

Du hast nur Freunde, keinen Feind,
und jeder gut es mit dir meint.
Dann sinkst du fröhlich in das Grab.
So gut wie dich es keinen gab!

Der Coach

Ich zeige dir den Weg zum Glück.
Geh‘ stets nach vorn und nie zurück.
Mein Ratschlag ist Millionen wert.
Dem geht es gut, der auf mich hört.

Sei nur du selbst, dann geht’s dir gut.
Ich geb‘ dir täglich neuen Mut.
Weiß ganz genau, was gut, was schlecht.
Meine Empfehlung ist stets recht.

Ich werde immer bei dir sein.
Bezahlst du mich, dann bin ich dein
mit gutem Rat an jedem Ort.
Bezahlst du nicht, dann bin ich fort.

Dialog mit dem Spiegel

„Ich bitt‘ dich, Spiegel, schau‘ mich an“.
„Scher‘ dich doch fort, du alter Mann.
Hab‘ schon viel bessere geseh’n,
intelligent und wunderschön“.

„Rahmen aus Gold, den schenk‘ ich dir!“
„Ach Mann, du bist so gut zu mir.
Entschuldige den bösen Ton;
ich liebe dich doch, immer schon“.