Der Pfarrer und die Nonne

Der Pfarrer und die Nonne

Der Pfarrer liebt die keusche Nonne.
Ihr Leib, der gibt ihm größte Wonne.
Er sorgt sich auch um ihre Seele.
Als Seelsorger, da geht er fehle.

War das in unsres Gottes Plane,
dass unter mancher Schwarzsoutane
die Geilheit und die Bosheit juchzen,
während arme Nonnen schluchzen?

Der Teufel wird sie alle holen;
doch bis dahin ist‘s noch Zeit:
Noch manche Nonne wird geschunden,
bis das Priestervolk verschwunden.

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Ein neuer Tag

Ein neuer Tag, ein neues Glück.
Wir schaun nach vorn und nicht zurück.
Das Alte ist geschehn auf Erden,
die Zukunft könnte besser werden.

Am wichtigsten ist wohl das Heute,
so tönen manche klugen Leute,
doch heute, das ist morgen gestern,
würde der Zyniker schnell lästern.

Nun denken wir am besten weiter,
weit nach vorne, bleiben heiter.
Hundert Jahre oder mehr:
Wo nehmen wir die Hoffnung her?

Leider können wir nichts wissen,
suchen wir auch sehr verbissen.
Wie lange wird es Menschen geben?
Na schaun wir mal, so ist das Leben.

Die drei Musketiere

Es waren einst drei Musketiere,
die kämpften wie die wilden Stiere.
Sie erschlugen zwanzig Tyrannen
und tausende Soldatenmannen.
So wurden sie berühmt im Ländchen,
die Sänger brachten ihnen Ständchen.
Voll Lobes waren auch die Dichter,
die Staatsanwälte und die Richter.
Die Frauen wollten Kinder haben
von den drei Musketenknaben.
Und so gibt es noch bis heute
Nachfahren der Musketenleute.

Der Bootslenker fährt fort

„Ok, als Lenker will ich noch einmal an den Anfang dieser Reise zurückerinnern:
Das Suchen im Diesseits und im Jenseits haben wir schon ein wenig betrachtet.
Fest steht, dass wir als Menschen nur im Diesseits aktiv oder auch passiv sein können.

Was im Jenseits ist, wissen wir nicht.

Falls es überhaupt ein Jenseits gibt.
Manche machen sich darüber Gedanken, ob es ein Jenseits gibt und glauben oder phantasieren irgendetwas, was sie dann als ‚Wissen‘ deklarieren. Andere ‚sind‘ einfach hier und im Diesseits und bejahen das. Manche kontemplieren und denken. Manche dösen vor sich hin und warten auf den Tod, ohne es vielleicht zu merken. Manche merken es und nehmen Drogen. Dann geht es schneller. Und ganz andere sind einfach nur doof. Sie schauen TV, begeistern sich für Fußball oder die Formel I, schimpfen auf die Politik, haben Angst, fliehen dorthin, wo sie glauben, dass es ihnen besser geht, essen, trinken, leben gesund, vögeln, kämpfen ums physische Überleben, wieder andere treiben vielleicht ein bisschen Sport oder haben einen Garten und machen Marmelade und warten auf das Altersheim und den Tod. Wobei sie Letzteres natürlich verdrängen. Aber vielleicht sind sie auch nicht doof, sondern tun genau das, was uns Menschen zukommt, was wir können.
Ich als Bootslenker sehe meine derzeitige Situation eher wie folgt:
Ich lebe in der Sonne des Lebens, wie der vorgenannte Schmetterling. Die Sonne scheint um mich herum, auch wenn der Himmel mal trübe und wolkenverhangen ist. Doch hinter und vor mir ist pechschwarze Dunkelheit – so scheint es zumindest.
Auf den ersten Blick ist das ein erschreckender, schrecklicher Gedanke. Ich habe Angst.
Aber sofort schießen mir mehrere Fragen durch den Kopf:
‚Wovor habe ich Angst? Vor der Dunkelheit, die mich umfängt, wenn ich den Tag verlasse und mich in die ewige Nacht nach dem Tode begebe?‘
Aber alle Menschen vor mir sind doch schon diesen Weg gegangen und alle nach mir werden ihn auch gehen!
Das ist zumindest ein kleiner Trost. Ich bin nicht alleine auf dem Weg, auch wenn ich ihn letzten Endes allein gehen muss.
Insofern scheint es auf der Welt eine Gerechtigkeit zu geben, die alle Menschen und organischen Wesen, vielleicht sogar den gesamten Kosmos verbindet.

Oder sehe ich das mit meinem kümmerlichen Verstand nur so? Gibt es mich überhaupt? Aber könnte ich das denken, wenn es mich nicht gäbe? Ok, aber wenn es mich denn gibt, warum denke ich dann an ‚Vorher‘ und ‚Nachher‘? Gibt es denn überhaupt eine ‚Zeit‘? Oder einen ‚Ort‘, an dem ich mich gerade befinde? Oder bin ich in meinem irdischen Leben nur in der dritten Dimension ‚gefangen‘? Mit der Mathematik kann ich viel höhere Dimensionen berechnen. Und in der ‚Science Fiction‘ kann ich mir in höheren Dimensionen ganz viel vorstellen: Ich kann ‚gleichzeitig‘ an vielen Orten sein, kann das ‚Vorher‘ und ‚Nachher‘ erkunden, kann anderen in die Gedanken schauen, kann Welten entstehen und vergehen sehen.

Aber was bringen mir diese Phantasien? Wozu sind sie tauglich?
Ich möchte mich nach diesem kleinen philosophischen Exkurs und den sich daraus ergebenden Fragen, die ich vielleicht später nochmal vertiefen möchte, wieder an die Grundfrage begeben, die mich ständig wurmt:
Kommt nach dem Tode wirklich schwarze, undurchdringliche Nacht, ein Abgrund, in den ich falle, das Nichts? Oder gibt es vielleicht doch noch eine andere Welt, gibt es Arme, die mich auffangen? Gibt es einen schönen Weg, den ich gefahrlos gehen kann?‘
Wie komme ich bei der Beantwortung dieser Frage weiter?“

Der Bootsführer antwortet

„Danke für diesen interessanten Beitrag.
Ob ich ‚Bootsführer‘ oder ‚Bootslenker‘ genannt werde, ist mir ziemlich egal. Viele Menschen in Deutschland scheuen sich davor, das Wort ‚Führer‘ zu verwenden, weil es ja von 1933 – 1945 einen Diktator hier gab, der ein sehr negatives Beispiel für einen ‚Führer‘ darstellte. Es war halt ein Mensch, der sein Volk in die Irre führte.
Ich kann diese Menschen gut verstehen, die seitdem nichts mehr von einem ‚Führer‘ wissen wollen.
Andererseits aber beschneiden sie aus ‚political correctness‘ die Möglichkeiten der deutschen Sprache und schaden sich dadurch selbst. Ein ‚Führer‘ ist nun einmal mehr als ein bloßer ‚Fahrer‘ oder ‚Lenker‘. Ein guter ‚Führer‘ geht voran, trägt die Verantwortung, er ‚lenkt‘ nicht nur, sondern er ‚leitet‘ auch, wie die weise Elefantenkuh die Herde leitet.
Aber da ich ja selbst gar nicht weiß, wohin unsere Reise geht, ist vielleicht der Begriff des ‚Bootsführers‘ in der Tat zu hinterfragen.
Und je mehr ich darüber nachdenke, umso mehr bin ich für diesen Hinweis dankbar. Unsere Bootsfahrt ist ja eine Reise ins Ungewisse, ich weiß nicht, wo unsere Reise hingeht, kenne das Ziel nicht, ich weiß nicht einmal, wo die Reise des Bootes begann, wir alle sind nur irgendwo zugestiegen. Vielleicht zerschellen wir an irgendwelchen Stromschnellen, vielleicht purzeln wir einen Wasserfall hinunter, vielleicht versinken wir in der Tiefe. Vielleicht segeln und rudern wir aber auch in das Paradies. Ich weiß es nicht. Das einzige, was ich einigermaßen kann, ist das Boot mit technischen Mitteln und einigen Navigationskünsten in der vermuteten Fahrrinne zu halten.
Also bin ich der ‚Bootslenker‘. Ich hoffe, ich setze das Schiff nicht an den nächsten Felsen.“