
Ich schneide jetzt die Zwiebel,
doch dabei wird mir übel,
und meine Tränen fließen.
Jetzt muss ich auch noch niesen.
Gut kochen für das Leben,
es ist mir nicht gegeben.
Warum soll ich mich stressen?
Ich geh‘ im Gasthaus essen.
.

Ich schneide jetzt die Zwiebel,
doch dabei wird mir übel,
und meine Tränen fließen.
Jetzt muss ich auch noch niesen.
Gut kochen für das Leben,
es ist mir nicht gegeben.
Warum soll ich mich stressen?
Ich geh‘ im Gasthaus essen.
.

Endlich sind die Schwalben hier.
Seit November warten wir
auf das Zwitschern in der Höh‘.
Schön, dass ich sie wieder seh‘.
In des Jahres langem Lauf
fressen sie die Mücken auf.
Schlafen nachts in ihrem Nest,
Wenn man sie in Ruhe lässt.
Wenn es bei uns Schwalben gibt,
ist das Leben ungetrübt,
und wir warten, sonnenklar,
auf das nächste Schwalbenjahr.
.

Aus heiterem Himmel kommt ein Blitz.
Ich dachte erst, es sei ein Witz.
Ganz dunkelrot der Wald erglüht,
so wie man es im Film nur sieht.
Am Himmel grinst der Höllenhund,
es tut sich auf ein Feuerschlund.
Das Haus verbrennt, scharf sticht die Luft.
Der Menschen Reichtum ist verpufft.
Des Waldes Boden, dunkelbraun,
sehr traurig ist er anzuschaun.
Doch nächstes Jahr zur Frühlingszeit,
sprießt neues Leben weit und breit.
.

Die Mücken schwirren um das Licht.
Das grelle Licht, es stört sie nicht.
Die eine aber dort verbrennt.
„Ich war die Beste“, sie sich denkt.

Der Bach mäandert durch das Tal.
Die Tiere dort in großer Zahl.
An seinem Ufer Büsche steh’n.
Als Kinder fanden wir ihn schön.
Die Sonne gibt ihm Spiegelbild.
Mal fließt er sanft und manchmal wild.
Ich denke an die Kinderzeit,
die lang vorbei, das tut mir leid.
Ein Biber fraß die Bäume auf!
Der Bach verändert seinen Lauf.
So ist er immer wieder neu.
Der Biber macht das Wasser frei.

Bin hier seit zwölfhundert Jahren,
vor mir war es ein Römerweg.
Kutschen sind auf mir gefahren,
hinten kommt aus Holz ein Steg.
Ritter, Bauern und Kanonen,
befuhren mich zu ihrer Zeit.
Heute fliegen oben Drohnen;
der Krieg bringt immer Menschenleid.
Wenn die Heutezeit vergangen,
werde ich nur ein Feldweg sein.
So, wie Tiere auf mir sprangen,
wird es im neuen Frieden sein.
–

Ab 60 wird das Leben schön,
muss nicht mehr lang zur Arbeit geh’n.
Jetzt kommt die schöne, freie Zeit;
bis zu dem Tode ist’s noch weit.
Kann auf die Verwandtschaft pfeifen;
ein Rentnerleben, das muss reifen.
Ab 70 ist der Kampf vorbei.
Verwandtschaftskram ist einerlei.
Kann jetzt so leben, wie ich mag,
und freue mich auf jeden Tag.
Ein Arzttermin kommt ab und zu,
wenn es nicht schlimm ist, hab‘ ich Ruh‘.
Doch leider kommt es anders oft,
und nicht so schön, wie ich erhofft.
Der alte Löwe brüllt nicht mehr,
den Brüllen fällt ihm jetzt sehr schwer.
Die Zähne fallen ihm heraus –
mit Löwenmähne ist es aus.
Die Weiber schaun ihn nicht mehr an,
es ist vorbei, du Löwenmann.
Und bei dem ganzen Ach und weh,
recht glücklich durch die Tage geh‘.
Genieße das, was jetzt noch geht,
für Freude ist es nie zu spät.

Ist der Himmel frühlingsblau,
fühlt der Mensch es ganz genau,
dass der Winter enden soll!
Alle sind der Hoffnung voll.

Im Wahlkampf geht es feurig her,
wer hier denn nur der Beste wär.
Sie streiten sich, so ist es recht;
DIES ist sehr gut, und DAS ist schlecht.
DU weißt es nicht, doch ICH weiß, wie –
So lebt bei uns Demokratie.
Wir wählen gerne, dann und wann,
das ist es, was man machen kann.
Berlin, Europa, Kommunal,
viel Wahlen gibt es an der Zahl.
Am Ende ändert sich nicht viel –
Doch wir spielen gern dies Spiel!