Der arme Reiche

Mein Leben, es  ist öd und leer,

doch ich bin ein Millionär.

Hirnes Zellen mir entschwanden,

anderes  ist noch vorhanden.

Armen möchte ich nichts geben,

hab es auch nicht leicht im Leben.

Die ganze Welt ich durfte sehn,

nirgendwo war‘s wunderschön.

Ich fühle mich erschöpft und matt,

das Leben macht mich nicht mehr satt.

Vielleicht bin ich schon sterbenskrank,

mir hilft nicht mehr des Arztes Trank.

Und gibt es keine Hoffnung mehr,

dann werde ich halt Milliardär.

 

Mein Leben, es  ist öd und leer,

doch ich bin ein Millionär.

Hirnes Zellen mir entschwanden,

anderes  ist noch vorhanden.

Armen möchte ich nichts geben,

hab es auch nicht leicht im Leben.

Die ganze Welt ich durfte sehn,

nirgendwo war‘s wunderschön.

Ich fühle mich erschöpft und matt,

das Leben macht mich nicht mehr satt.

Vielleicht bin ich schon sterbenskrank,

mir hilft nicht mehr des Arztes Trank.

Und gibt es keine Hoffnung mehr,

dann werde ich halt Milliardär.

Erinnerung an die ANDTEN

Die gesendeten Gesandten

sich im Lande nicht auskannten

und im Walde sich verrannten.

An des scharfen Felsens Kanten

sie sich leider dann entmannten,

und sie großen Schmerz  empfanden.

Die entmannten Abgesandten

nun ganz schnell im Wald verschwanden,

wo die Wunden sie verbanden.

Dokumente sie verbrannten,

blieben so die Unbekannten,

und auch wir sie niemals fanden.

War’n sie unsere Bekannten?

Oder gar die Blutsverwandten?

Niemand weiß es in den Landen.

Die verendeten Verwandten,

im Gedächtnis sie versanden.

Diese Worte bald verschwanden!

Blieben so die Unerkannten,

niemand hat sie je verstanden

-wie verschwendete Girlanden.

Lied an den Jäger

Jäger mit dem Schießgewehr
macht dem Wild das Leben schwer.
Lautlos pirscht er durch den Wald;
dann macht er die Tiere kalt.

Was ist mit dem Menschen los?
Warum tut’s der Jäger bloß?
Für den Hunger und die Gier?
Ist das Töten sein Pläsier?

Jäger antwortet da nur:
„Es ist gut für die Natur.“
Leise schüttelt man das Haupt:
Dumm ist, wer dem Jäger glaubt.

Der arme Mann im Fango-Bett

In der Reha gibt es Fango,
ist gesünder noch als Tango,
bei dem man das Gelenk verdreht,
was bei der Reha gar nicht geht.

Du liegst auf einem Wasserbett,
gemütlich-warm und einfach nett,
verpackt in wohlig-weichen Decken,
kannst du nunmehr im Schlaf verrecken.

In der Kabine Nummer zwei,
da schnarcht ein fetter Mann, o wei.
Er wälzt sich hin und wälzt sich her,
die Schwestern schwatzen nebenher

in ihrem Raum mit ganz viel Zeit;
sie lieben die Gemütlichkeit,
die „Stress“ sie nennen. Nur warum?
Dem Dichter bleibt die Feder stumm.

Da, der Alte fällt vom Bett,
auf den Boden, gar nicht nett,
„Hilfe“, schreit er, „helft mir doch“,
Schwestern sind im Schnatterloch.

Hör’n nicht, wie der Alte schreit,
armer Mann, er tut mir leid,
doch das Notseil mir gebricht,
helfen kann ich deshalb nicht.

Mann liegt unten, Fango drauf,
er hört mit dem Schreien auf.
Die Decke liegt daneben,
ganz traurig ist das Leben.

Der Fango drauf verschmutzt ihn sehr,
die Schwestern schnattern immer mehr.
Jetzt ist die Fango-Zeit herum,
die Schwestern sagen nun ganz dumm:

„Solch eine große Sauerei,
und Hilfe rief er nicht herbei!“
Das war sein schönster Fango-Tag,
an den er nicht mehr denken mag.

Die Jagd

„Komm, heut gehen wir Menschen jagen“,
sagt das Zahntier zu dem Kind.
„Nach Menschenfleisch verlangt mein Magen,
schmeckt besser noch als Schaf und Rind.“

Das Kind erfreut dies Abenteuer,
es folgt den Spuren, macht es gut.
Da kommt ein großes Ungeheuer.
Frisst beide, und sie munden gut.