Der Franzbranntwein

„Hat das Leben einen Sinn?“

fragt der Franz den Fridolin.

Fridolin, er lachte nur:

„Lieber Franze, keine Spur“.

 

Franze denkt: „So geht das nicht,

was der Fridolin hier spricht.

Ohne Sinn, welch große Not,

wären wir im Leben tot.“

 

Er dachte hin, er dachte her.

Bier und Wein schmeckt ihm nicht mehr.

Am Ende ließ er’s Denken sein.

Und trank einen Franzbranntwein.

Felix, das Corona-Schaf

Ich bin ein Corona-Schaf,

folge meinem Herren brav.

Trage auch die Maske fromm,

dass ich in den Himmel komm.

 

Denken brauche ich nicht mehr-

Das tut mein Herrchen, bitte sehr.

Für mich gibt’s Essen, Trinken, Schlaf;

ich bin halt nur ein kleines Schaf.

 

Corona-Zeit, die find dich toll!

Mache alles, was ich soll.

Das Leben kann so einfach sein,

lässt man nur das Denken sein.

 

Der Schäfer Klaus

Der gute Schäfer geht voran,

sperrt seine Schafe ein.

Sie lieben ihn, den braven Mann-

er soll ihr Retter sein.

Er liebt ihr warmes, weiches Fell

und auch ihr zartes Fleisch.

Die Schäfleinherde wächst sehr schnell-

so wird der Schäfer reich.

Ihr lieben Schafe, bleibt gesund

und bleibt in eurem Haus.

Sonst schicke ich den Schäferhund-

tschüss, euer Schäfer Klaus.

 

Das Ende der Krise

Langsam streikt des Dichters Feder;

tagtäglich nimmt die Dummheit zu.

Medizin versteht jetzt jeder;

die Freiheit, sie vergeht im Nu.

„Bleib gesund“, nun viele schreien:

Wir haben alle Mundschutz auf.

Dein Geld, das gib den großen Haien.“

So nimmt das Schicksal seinen Lauf.

Alte Menschen soll man schützen,

so heucheln die, die oben stehn.

Ein Gefängnis kann nie nützen;

viel später wird man das verstehn.

Kleine Viren zu bekriegen,

versteht man heut als große Kunst.

Den Faschismus zu besiegen,

verschwindet in des Kampfes Dunst.

Und so geht das Leben weiter;

dem Dichter hört man nicht mehr zu.

Auf des Lebens hoher Leiter

strebt er nunmehr dem Ende zu.

Das Spenden

Wir sind auf der Welt, um zu spenden,

zu geben mit ganz vollen Händen.

Gar groß ist die Armut auf Erden,

das Klima soll auch schlechter werden.

Was für einen Sinn hat das Leben?

Wir könnten auch Liebe uns geben;

doch leider lässt die sich nicht messen,

und so müssen wir sie vergessen.

Drum bleibt es beim Materiellen;

die Wissenschaft kann es erhellen.

Im finstersten Positivismus,

da bleiben der Krieg und Narzissmus.

Bei Erdbeben und auch bei Viren,

da können wir Gutsein markieren.

Wir spenden mit Medikamenten,

die Hilfe, sie darf niemals enden.

Doch gegen die Hetzer im Leben,

da scheint es kein Mittel zu geben.

So bleibt nur am Ende das Klagen,

und leise, da höre ich sagen:

Liebe Leute, spendet sehr,

Spenden macht das Konto leer;

und wenn ihr nicht wisst, wofür,

gebt die ganze Kohle mir.

Wolf und Mensch

Der Wolf, er ist ein wildes Tier,
er frisst auch kleine Schafe.
Besucht die Kinder nachts um vier,
und stört sie gern im Schlafe.

Der Chef, er ist ein Bösewicht,
will seine Leute quälen.
Auch, wenns ihm am Verstand gebricht:
Für ihn nur Dollars zählen.

Wir Menschen sind der Erden Zier,
haben sie fast verloren.
Doch heute leben wir noch hier –
Wofür sind wir geboren?