Der Unterschied

Alle sind gleich, grässliche Gedanken.
Arm ist reich, keine Schranken.
Dumm ist weise, töricht klug.
Niemand hat zu wenig, niemand genug.
Frau ist Mann und Mann ist Frau.
Man nimmt das heut nicht mehr genau.

Noch gibt es welche, die im Licht
und andre, die im Schatten stehn.
Teils unverschuldet, teils auch nicht,
dem geschieht’s recht, dem aus Versehn.
Es schreit nur, der von unten schielt,
sich ungerecht behandelt fühlt.

Sieh’s doch so an, wie es ist:
Ob du oben, unten bist,
hängt teils von dir ab, teils auch nicht.
Tu deinen Teil, mehr kannst du nicht.
Und, was immer auch geschieht:
Ein Hoch dem kleinen Unterschied.

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Vom Leben in die Ewigkeit

Neuen Ufern zuzustreben
ist so schön, wenn man’s noch kann.
Auf die Zukunft hin zu leben,
hält uns in des Lebens Bann.

Doch es kommt einmal die Zeit,
wo der Tag zum Jahre wird.
Dann, wenn gar nichts mehr passiert,
lebst du schon in der Ewigkeit.

 

Erfolg

Erfolg, die höchste aller Leitern,
wechselt ständig ihr Gesicht.
Sie zerbricht, hört auf, geht weiter,
nur – man weiß es vorher nicht.

Ein Werk, das eben man begonnen,
wird sofort Vergangenheit.
Bevor der Augenblick zerronnen,
liegt er fern schon unsrer Zeit.

Hast einen Gipfel du erklommen,
stehst du schon am nächsten Berg.
Trotz Schätzen, die du grad bekommen,
bleibst du doch für viele – Zwerg.

Das Große, das du kannst erreichen,
wird recht klein, blickst du zurück.
Jede Tat muss neuen weichen –
Bringt Erfolg denn gar kein Glück?

So lang du neue Ziele siehst,
bringst du deine Welt ins Lot.
Jede Hoffnung , die du fliehst,
bringt im Leben dir den Tod.

 

Fritz und Walter

Fritz und Walter fuhren täglich
morgens in der Straßenbahn.
Der eine war so dumm wie Stroh,
der andre auch kein kluger Mann.

Sie sahen täglich junge Frauen
und bewunderten sie sehr:
„Bei der, da müsste man sich trauen,
und die ist geil und noch viel mehr.“

Die beiden Narren nicht bedachten,
Idioten war’n sie beide sehr,
dass Frauen sie total verachten;
denn Deppen gibt es immer mehr.