Der Machtwechsel

Machtwechsel - Gedicht von Berndt Baumgart
Der Machtwechsel – Ein gedicht von Berndt Baumgart

Der Machtwechsel

Narr, sei lustig, sprach der König.

Traurig bin ich, lach zu wenig.

Zeig mir deine schönsten Possen.

Müde bin ich, sehr verdrossen.

Der Narr indessen, wie befohlen,

will des Königs Trauer holen.

Zieht ihm vom ergrauten Haupte

güldnes Krönlein, das verstaubte.

König sprach, du Narrenknabe

hast die ganz besondre Gabe

frech zu sein, fast unerträglich.

Nimm die Krone, trag sie täglich.

Des Huhnes Problem

Illustrierte Gedichte von Berndt Baumgart
Illustriertes Gedicht von Berndt Baumgart

Des Huhnes Problem

Auf einem alten Odelfass

saß ein Huhn und wurde nass,

denn es schüttete gar sehr.

Der Regen nahm kein Ende mehr.

„Was soll ich tun?“, das Huhn sich fragt.

Zitternd es sein Los beklagt.

„Im Hühnerstall, da wär es schön.

Ich brauchte nur hineinzugeh‘n.

Doch dort ist der geile Hahn,

den ich nicht ertragen kann“.

Das Huhn blieb sorgend auf dem Fleck.

Die dunklen Wolken zogen weg

und warme Sonne kam heraus.

Schon war des Huhnes Sorge aus.

Dicht(er)

Ist ein Mensch kein Geisteslicht,
heißt es: „Der ist nicht ganz dicht“,
was so ungefähr besagt,
dass im Hirn ein Loch ihn plagt.
Will man diesen Schaden richten
und fängt Verse an zu dichten,
merkt man leider allzu früh,
dass vergebens ist die Müh;
und der weise Mann verzichtet:
Man wird nicht Dichter, wenn man dichtet.