Da kann man nichts machen

Der Mensch frisst sich voll
wenn er kann.
Er frisst den anderen etwas weg.
Aber das will er natürlich nicht.
Das ist halt so.
Da kann man nichts machen.

Der Mensch säuft sich voll
wenn er kann.
Er säuft den anderen etwas weg.
Aber das will er natürlich nicht.
Das ist halt so.
Da kann man nichts machen.

Der Mensch fickt mit anderen Menschen herum
wenn er kann.
Er nimmt die Menschen den anderen weg.
Aber das will er natürlich nicht.
Das ist halt so.
Da kann man nichts machen.

Der Mensch schießt andere Menschen tot
wenn er kann.
Er nimmt die Menschen den anderen weg.
Aber das will er natürlich nicht.
Das ist halt so.
Da kann man nichts machen.

Der Mensch verleugnet sein eigenes Ich
wenn er kann.
Er nimmt das Ich sich selber weg.
Aber das will er natürlich nicht.
Das ist halt so.
Da kann man nichts machen.

Advertisements

Lobrechts Kur

 

Neulich war Professor Lobrecht
an der Nordsee in der Kur,
weil die Luft dort so gesund ist
und von salziger Natur.
Leider hatte er die schwarzen,
stinkenden Zigarren mit,
was die hohe Kurverwaltung
aber ganz und gar nicht litt.
Man verbot ihm strikt das Rauchen,
er jedoch hielt das nicht aus,
paffte auf dem Klo, und also
schickte Lobrecht man nach Haus.
Doktor Baumgart schimpfte schrecklich,
schalt ob Lobrechts Frevelei,
und er fragte den Professor,
was er sich gedacht dabei.
Dieser überlegte lange,
strich durch seinen weißen Bart,
dann sprach er: „Ich saß und dachte,
wie ist heut mein Stuhl so hart!“

Der (warme) Heinrich

Heinrich war ein junger Hahn,
der stets, wenn ihn die Hühner sahn,
rannte voller Angst und Schreck,
ängstlich weg von seinem Fleck.

Die jungen Hennen, knusprig-zart,
sie hätten sich so gern gepaart,
und auch bei den alten Glucken
fing es manchmal an zu jucken.

Doch wie sie Heinerich auch reizten,
Flügel schlugen, Beine spreitzten,
der Kerl ging nicht aus sich heraus,
im Gegenteil: Er ging an Klaus.

„Du gottverdammtes Hahnenvieh,
so gibt es neue Hühner nie“,
sprach die Bäurin voll Verdruss,
und schon war es mit Heinrich Schluss.

Merke:
Sind dir Hennen gänzlich schnuppe,
landest schnell du in der Suppe.

An die armen Reichen

Das Geld ist ohne jede Frage
auf Erden eine große Plage.
Gar manche sind nun von Natur
human und gut und sinnen nur
darauf, die andern zu erlösen
vom schnöden Mammon, diesem bösen.
Lasst sie gewähren, jene Narren,
gebt ihnen Steine, Schmuck und Barren,
das Bargeld in Papier und Rollen,
wenn sie Erlöser spielen wollen.
Erleichtert euch von all dem Tand
und gebt ihn jenen in die Hand,
die sich dazu berufen glauben,
euch dieses Unglücks zu berauben.

Und kennt ihr keinen solchen hier,
dann gebt das Zeug ganz einfach mir.

Die Mücke

Professor Lobrecht geht zur Ruh‘,
deckt sich, behaglich lächelnd, zu,
doch als er sanft die Augen schließt,
ein feines Summen ihn verdrießt.

Es kommt ihm immer lauter vor,
ist nun direkt an seinem Ohr,
er fragt sich bang: „Was kann das sein?“
Da tritt urplötzlich Stille ein.

Ganz ruhig ist es, des Schlafes Arm
umfängt Professor Lobrecht warm.
Er atmet tief und träumt fast schon,
da hört er wieder diesen Ton.

Es summt und surrt und singt und schwirrt,
der Herr Professor ist verwirrt.
Er lauscht gespannt und wundert sich,
da fühlt er einen feinen Stich.

„Ein Mückenvieh“, durchfährt es ihn,
sein Schlafbedürfnis ist dahin.
Er macht sich Licht, damit er sieht,
da sticht es ihn ins Augenlid.

Sein rechtes Auge schmerzt und schwillt,
jetzt wird der Herr Professor wild.
Er schlägt darauf und trifft genau:
Sein Augenlid wird grün und blau.

Die Mücke traf er leider nicht,
ruhig summt sie um das Nachttischlicht.
Professor Lobrecht starrt sie an
und macht zur Jagd sich einen Plan.

Springt aus dem Bett im Schlafgewand,
nimmt den Pantoffel in die Hand,
er hebt ihn hoch, schlägt zu, es klirrt,
die Mücke jetzt im Dunklen schwirrt.

Erschrocken ist der arme Mann
und macht die große Lampe an,
da tritt sein linker Fuß fürbass
hinein ins Nachttischlampenglas.

Schon fließt der erste Tropfen Blut,
den Herrn Professor packt die Wut,
er flucht vor Schmerz, die Lippe bebt:
„Jetzt, Untier, hast Du ausgelebt.“

Die Mücke unterdessen fand
ein ruhiges Plätzchen an der Wand,
dort ist es sicher, hell und warm
und viel zu hoch für Lobrechts Arm.

„Das nützt Dir nichts“, ruft Lobrecht laut,
und eh man sich noch recht verschaut,
schlurft er mit schmerzbetäubtem Sinn
leicht humpelnd zur Kommode hin.

Nun schiebt er sie, er ächzt und schwitzt,
zur Wand, dort, wo die Mücke sitzt.
Sein Zorn kennt keinen Weg zurück,
er klettert auf das Möbelstück.

Schon ist er oben, hebt den Schuh,
gleich schlägt der Herr Professor zu.
Er flüstert: „Mir entgehst du nicht“,
da kommt er aus dem Gleichgewicht.

Das Weitere erzählt sich leicht:
Der Schlag die Mücke nie erreicht,
Professor Lobrecht schwankt und fällt,
da gibt es nichts mehr, was ihn hält.

Es fällt der Mann, es fällt der Schuh,
und die Kommode kippt dazu.
Am Boden liegen alle Drei:
Da summt die Mücke leis‘ herbei.

Sie schaut sich die Zerstörung an
und denkt: „Nun seht nur diesen Mann.
Dort liegt er, stöhnt und jammert sehr,
doch gab ein Tröpfchen Blut nicht her.“

Der Schweine-Igel

Ein Igel nahm sich eine Frau,
warum, das weiß man nicht genau;
zumindest galt es nicht als fein,
ein Igel ohne Frau zu sein.

Sehr schnell war dies der Igel leid.
Er dachte traurig an die Zeit,
als er noch Junggeselle war,
und nicht nur Teil von einem Paar.

Auch junge Igel kamen an,
die sahen ihn nur dann und wann.
Nach anderem stand ihm der Sinn:
Gertrud, der jungen Igelin.

Er Gertrud zur Geliebten nahm,
von der er nie genug bekam.
Im Rausche war der Nimmersatt,
da fuhr ihn – peng – ein Auto platt.

Moral:
Wer sich ein Liebchen hat genommen,
kann leicht unter die Räder kommen.