Mensch und Krokodil

Es kämpften einst zwei Krokodile
um die Vorherrschaft beim Fressen.
Bei Menschen sind es viel zu viele;
so müssen sie einander essen.

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Die heuchlerische Helferin

„Hallo, wie geht’s, hast du noch Schmerzen?“
„Nein danke, mir geht es sehr gut.“
„Hast es am Magen und am Herzen,
bist bald schon tot, ich weiß das gut.“

„Warum, wieso, mir geht es prächtig,
ich hab dir damals nur erzählt
von meinen Schmerzen, die mich mächtig
gepeinigt haben und gequält.“

„Schau nur, ich hab das nicht vergessen,
bist eine arme, kranke Frau.
Und ich empfehle dir den Doktor,
den ich gut kenne und genau.

Er ist mein Freund, wird sich beeilen
die Krankheit finden, er ist toll.
Bestimmt kann er dich ganz schnell heilen,
sei frohgemut, vertrau‘ ihm voll.

Und hilft das nicht, werd‘ ich dir schicken,
den Herrn Psychiater aus der Stadt.
Der wird dir dann die Seele flicken,
er ist der Beste, den man hat.“

Jetzt fasst sie mir noch an die Wange,
was soll das, wofür hält sie sich?
Mir wird es langsam Angst und Bange,
o weh, ich leide fürchterlich.

Ich will sie schlagen, will sie töten,
die Hexe, dieses böse Weib.
O Gott, Dein Rat ist nun vonnöten,
wer schafft mir dieses Biest vom Leib?

Dann meine Augen freundlich winken:
„Mir geht es gut, doch wie geht‘s dir?
Du kannst kaum laufen und musst hinken,
Ich helf‘ dir morgen um halb vier.“

„Danke, dir, ich muss jetzt weiter,
hab Termine, muss nach dort.
Werde schnell gesund, bleib heiter“,
-und schon war das Weibsbild fort.

Lobrecht im Zoo

Professor Lobrecht ging spazieren
zu den Tieren in dem Zoo,
und das, was er dort erlebte,
machte ihn vergnügt und froh.
Er fand einen leeren Käfig,
Schlüssel steckte, stieg hinein,
setzte sich, denn er war müde,
schloss die Augen und schlief ein.
Als er später dann erwachte,
sah er viele Leute gaffen,
amüsierte sich ganz köstlich
mit den Augen eines Affen.

Dicht(er)

Ist ein Mensch kein Geisteslicht,
heißt es: „Der ist nicht ganz dicht“,
was so ungefähr besagt,
dass im Hirn ein Loch ihn plagt.
Will man diesen Schaden richten
und fängt Verse an zu dichten,
merkt man leider allzu früh,
dass vergebens ist die Müh;
und der weise Mann verzichtet:
Man wird nicht Dichter, wenn man dichtet.

Da kann man nichts machen

Der Mensch frisst sich voll
wenn er kann.
Er frisst den anderen etwas weg.
Aber das will er natürlich nicht.
Das ist halt so.
Da kann man nichts machen.

Der Mensch säuft sich voll
wenn er kann.
Er säuft den anderen etwas weg.
Aber das will er natürlich nicht.
Das ist halt so.
Da kann man nichts machen.

Der Mensch fickt mit anderen Menschen herum
wenn er kann.
Er nimmt die Menschen den anderen weg.
Aber das will er natürlich nicht.
Das ist halt so.
Da kann man nichts machen.

Der Mensch schießt andere Menschen tot
wenn er kann.
Er nimmt die Menschen den anderen weg.
Aber das will er natürlich nicht.
Das ist halt so.
Da kann man nichts machen.

Der Mensch verleugnet sein eigenes Ich
wenn er kann.
Er nimmt das Ich sich selber weg.
Aber das will er natürlich nicht.
Das ist halt so.
Da kann man nichts machen.

Lobrechts Kur

 

Neulich war Professor Lobrecht
an der Nordsee in der Kur,
weil die Luft dort so gesund ist
und von salziger Natur.
Leider hatte er die schwarzen,
stinkenden Zigarren mit,
was die hohe Kurverwaltung
aber ganz und gar nicht litt.
Man verbot ihm strikt das Rauchen,
er jedoch hielt das nicht aus,
paffte auf dem Klo, und also
schickte Lobrecht man nach Haus.
Doktor Baumgart schimpfte schrecklich,
schalt ob Lobrechts Frevelei,
und er fragte den Professor,
was er sich gedacht dabei.
Dieser überlegte lange,
strich durch seinen weißen Bart,
dann sprach er: „Ich saß und dachte,
wie ist heut mein Stuhl so hart!“