
Zum Helden wird der Schwerverbrecher.
Er schnürt sich seine Knobelbecher.
Die Zeiten ändern sich zuweilen;
Mitmenschlichkeit kann schnell enteilen.
Der Depp von heut ist morgen klüger,
und die Moral bestimmt der Sieger.

Zum Helden wird der Schwerverbrecher.
Er schnürt sich seine Knobelbecher.
Die Zeiten ändern sich zuweilen;
Mitmenschlichkeit kann schnell enteilen.
Der Depp von heut ist morgen klüger,
und die Moral bestimmt der Sieger.

Ich schneide jetzt die Zwiebel,
doch dabei wird mir übel,
und meine Tränen fließen.
Jetzt muss ich auch noch niesen.
Gut kochen für das Leben,
es ist mir nicht gegeben.
Warum soll ich mich stressen?
Ich geh‘ im Gasthaus essen.
.

Bin hier seit zwölfhundert Jahren,
vor mir war es ein Römerweg.
Kutschen sind auf mir gefahren,
hinten kommt aus Holz ein Steg.
Ritter, Bauern und Kanonen,
befuhren mich zu ihrer Zeit.
Heute fliegen oben Drohnen;
der Krieg bringt immer Menschenleid.
Wenn die Heutezeit vergangen,
werde ich nur ein Feldweg sein.
So, wie Tiere auf mir sprangen,
wird es im neuen Frieden sein.
–

Die Verse und die Poesie;
den Sinn begreift der Dichter nie.
Er schreibt drauf los, jetzt ist es da!
Die ganze Welt ist wunderbar.
Der große Wurf gelingt ihm kaum.
Ein Dichter lebt in seinem Traum.

Ein Mensch kam spät am Abend heim.
Die Wohnung leer, er war allein.
Niemand ging ihm auf die Nerven,
wollte auf das Bett sich werfen.
.
Doch plötzlich ging die Türe auf,
es kamen rein in schnellem Lauf
alle von der Großfamilie,
ach, es waren wirklich viele.
.
Jetzt unser Mensch laut schrie: „O weh,
lasst mich in Ruh‘, und ich gesteh‘,
es wär‘ schön, wenn ihr verschwändet,
den Besuch bei mir beendet.“
.
Sie kamen nah ans Bett heran,
es wimmerte der arme Mann.
Ein Messer blitzt mit glattem Stahl,
jetzt ist es aus, vorbei die Qual.
.
Das Messer hielt sein totes Weib,
ein Zittern ging durch seinen Leib,
und langsam wurde es ihm klar,
dass es ein schlimmer Albtraum war.
.

Wasser Luft und Energie
brauchen Menschen und das Vieh.
Doch die Wesen sind zu viel
jetzt geworden auf der Welt,
auch, wenn uns das nicht gefällt,
und die Technik kommt ins Spiel.
.
Mit ganz großer Willenskraft
man die neue Erde schafft.
Sie ist nicht, was Gott gefiel,
als er dieses Kleinod schuf.
Höret seinen großen Fluch,
und der Satan kommt ins Spiel.
.
Wie das alles weitergeht?
Vielleicht ist es schon zu spät?
Wird das unser Ende sein?
fragt der Mensch in großer Not.
Bleibt für uns nur noch der Tod?
Gott, schenk uns den Gnadenschein!
.

Ein Operierter liegt im Koma,
die Seele löst sich sanft vom Soma.
Da öffnet der Patient die Lider
und haucht: „Die Erde hat mich wieder.“
Doch des Chirurgen Lippe bebt:
„Ein Wunder! Er hat überlebt. „
–

.
Des späten Sommers leichte Wärme
ist eine Zeit, von der ich schwärme.
Die Schwalben sind schon weg geflogen,
im Urinstinkt nach Süden zogen.
Die Mücken spielen in den Lüften,
wir laben uns an Kräuterdüften.
Noch viele Jahre will ich leben,
ach möge Gott mir diese geben!

.
Im Frühling blühen die Bäume.
Es kommen die Frühlingsträume.
Menschen sind fröhlich und singen.
Dem Herrgott ein Danklied bringen.
.
Vergessen ist Winters Kühle.
Noch fern ist des Sommers Schwüle.
Zwischen Extremen die Tage
sind heilsam, ganz ohne Frage.
.
Lasst uns genießen die Stunden,
langsam die Wärme erkunden,
ach, alles sollte so bleiben;
nur Schönes würde ich schreiben.
.
#gedichte