
Heut‘ werde ich mal gar nichts machen,
vor allem keine großen Sorgen.
Im Tageslauf verging das Lachen.
Die Freiheit kommt vielleicht erst morgen.

Heut‘ werde ich mal gar nichts machen,
vor allem keine großen Sorgen.
Im Tageslauf verging das Lachen.
Die Freiheit kommt vielleicht erst morgen.

Heute gibt es Rindsroulade,
die ist gut und schmeckt nicht fade.
Schöne Knödel, dunkle Sauce,
und das Rotkraut aus der Dose.
Delikates Seelenessen;
Politik will ich vergessen.
Gut gefüllt ist jetzt der Magen.
Einen Schnaps könnt ich vertragen.
Nicht, dass man mich falsch verstehe;
es geschieht das, was geschehe.
Völkermord und Bomben fallen.
Hoffnungslosigkeit bei allen.
Bei vielen kommt die Frage hoch:
Ist Krieg und Tod des Menschen Joch?
Dichter hat die Schreibblockade.
Manchmal hilft die Rindsroulade.

Sei freundlich stets zu jedermann;
denn so man nur gewinnen kann.
Zeig‘ deine Zähne, weiß und schön.
Sei brav und lass dich niemals gehn.
Wenn alle sagen „Der ist lieb“,
bist du ein rechter Herzensdieb.
Es geht dir gut auf dieser Welt,
auch, wenn dir manches nicht gefällt.
Du hast nur Freunde, keinen Feind,
und jeder gut es mit dir meint.
Dann sinkst du fröhlich in das Grab.
So gut wie dich es keinen gab!

Zum Helden wird der Schwerverbrecher.
Er schnürt sich seine Knobelbecher.
Die Zeiten ändern sich zuweilen;
Mitmenschlichkeit kann schnell enteilen.
Der Depp von heut ist morgen klüger,
und die Moral bestimmt der Sieger.

Ich schneide jetzt die Zwiebel,
doch dabei wird mir übel,
und meine Tränen fließen.
Jetzt muss ich auch noch niesen.
Gut kochen für das Leben,
es ist mir nicht gegeben.
Warum soll ich mich stressen?
Ich geh‘ im Gasthaus essen.
.

Bin hier seit zwölfhundert Jahren,
vor mir war es ein Römerweg.
Kutschen sind auf mir gefahren,
hinten kommt aus Holz ein Steg.
Ritter, Bauern und Kanonen,
befuhren mich zu ihrer Zeit.
Heute fliegen oben Drohnen;
der Krieg bringt immer Menschenleid.
Wenn die Heutezeit vergangen,
werde ich nur ein Feldweg sein.
So, wie Tiere auf mir sprangen,
wird es im neuen Frieden sein.
–

Die Verse und die Poesie;
den Sinn begreift der Dichter nie.
Er schreibt drauf los, jetzt ist es da!
Die ganze Welt ist wunderbar.
Der große Wurf gelingt ihm kaum.
Ein Dichter lebt in seinem Traum.

Ein Mensch kam spät am Abend heim.
Die Wohnung leer, er war allein.
Niemand ging ihm auf die Nerven,
wollte auf das Bett sich werfen.
.
Doch plötzlich ging die Türe auf,
es kamen rein in schnellem Lauf
alle von der Großfamilie,
ach, es waren wirklich viele.
.
Jetzt unser Mensch laut schrie: „O weh,
lasst mich in Ruh‘, und ich gesteh‘,
es wär‘ schön, wenn ihr verschwändet,
den Besuch bei mir beendet.“
.
Sie kamen nah ans Bett heran,
es wimmerte der arme Mann.
Ein Messer blitzt mit glattem Stahl,
jetzt ist es aus, vorbei die Qual.
.
Das Messer hielt sein totes Weib,
ein Zittern ging durch seinen Leib,
und langsam wurde es ihm klar,
dass es ein schlimmer Albtraum war.
.

Wasser Luft und Energie
brauchen Menschen und das Vieh.
Doch die Wesen sind zu viel
jetzt geworden auf der Welt,
auch, wenn uns das nicht gefällt,
und die Technik kommt ins Spiel.
.
Mit ganz großer Willenskraft
man die neue Erde schafft.
Sie ist nicht, was Gott gefiel,
als er dieses Kleinod schuf.
Höret seinen großen Fluch,
und der Satan kommt ins Spiel.
.
Wie das alles weitergeht?
Vielleicht ist es schon zu spät?
Wird das unser Ende sein?
fragt der Mensch in großer Not.
Bleibt für uns nur noch der Tod?
Gott, schenk uns den Gnadenschein!
.