Allerheiligen (inspiriert von Alex)

An Allerheiligen am Grabe
bringt die Familie schöne Gabe.
Riesengroße Grabgestecke,
damit jeder schnell entdecke,
sichtbar für die Nachbarschaft,
wen der Tod hat hingerafft.
Arme Leute war’n es nicht,
denen es am Geld gebricht.
Nein, hier gibt’s nur reiche Leute,
die sich am Friedhof treffen heute.
Im Wirtshaus wird alsdann gespeist,
von weither kamen sie gereist,
nicht zum Streiten und zum Zanken
sie sich in die Arme sanken.
Die Fetzen werden morgen fliegen,
aber heute herrscht nur Frieden.
Alles ist ganz wunderbar,
auf Wiederschaun im nächsten Jahr.

Und die Seelen schauen stumm
auf dem Gräberfeld herum.

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Der feine Herr

Er wär‘ so gern ein feiner Herr,
nur leider fällt das furchtbar schwer.
Doch weil es seine Frau entzückt,
wird jeder Furz halt unterdrückt.

Meine Frau

Ich liebe meine gute Frau,
warum, das weiß ich nicht genau,
ich liebe ihren tiefen Schlaf,
wahrscheinlich bin ich nur ein Schaf.
Ich liebe ihren schönen Po,
ein Schwein bin ich ja sowieso.
Auch liebe ich ihren Verstand,
der mich stets auf das Neue bannt.
Und jeden Tag ich frage mich:
„Warum, warum nur liebt sie mich?“

Das Alter

So viele alte Menschen rauchen,
sind zu nichts mehr zu gebrauchen.
Die dünne Haut wird welk und schrumplig,
die Schritte werden zäh und humplig.
Der Gang wird langsam immer schlimmer,
und auch im Bett, da geht es nimmer.
Den Appetit hat man verloren,
die ganze Welt hat sich verschworen.
Hüfte, Knie sind beschädigt;
der alte Mensch ist fast erledigt.
Die Gesundheit wird nun wichtig –
saufen kann man nicht mehr richtig.
Die Nieren hören auf zu schaffen,
und auch die Muskeln, sie erschlaffen.
Die Bäuche werden immer fetter,
die Alten werden nicht mehr netter.
Sie glotzen gern mit offnem Munde,
doch bald naht ihre letzte Stunde.
Sie können nicht mehr richtig sehen,
und dann bleibt ihr Herzchen stehen.

Doch dem Klugen wird’s nicht bange:
Mit Freude währt das Leben lange.

Der Misthaufen

Ich bin auf dem Misthaufen groß geworden,
ich kann euch sagen, was gut und was schlecht,
mir ist die Welt einfach, ob Süd oder Norden,
drum glaubet mir alles, was ich sag‘, ist recht.

Ihr geht in die Irre, müsst mich einfach hören,
doppelt ist dreifach und zehnfach ist vier.
Ihr müsst mir nur den großen Eid schwören,
und dann geht zur Hölle, ihr dummes Getier.

Der Misthaufen

Ich bin auf dem Misthaufen groß geworden,
ich kann euch sagen, was gut und was schlecht,
mir ist die Welt einfach, ob Süd oder Norden,
drum glaubet mir alles, was ich sag‘, ist recht.

Ihr geht in die Irre, müsst mich einfach hören,
doppelt ist dreifach und zehnfach ist vier.
Ihr müsst mir nur den großen Eid schwören,
und dann geht zur Hölle, ihr dummes Getier.