Auf ein Neues

Gedicht von Berndt Baumgart
Illustrierte Gedichte

Auf ein Neues

Große Ziele nicht erreicht.

Ein klein wenig nur vielleicht.

Häufig nebens Tor getroffen.

Oft vergeblich war das Hoffen.

So verging gar manches Jahr.

Ausgefallen ist sein Haar.

Jetzt, am letzten Stück des Lebens

kämpft er noch einmal, vergebens

oder nicht, wer weiß das schon?

Leise kommt der Englein Ton.

Die Kugel rollt der Sisyphos.

Der Rest des Lebens geht jetzt los.

Auf ein Neues

Humorvolle Gedichte - Illustrierte Gedichte
Gedichte von Berndt Baumgart – Auf ein Neues

Auf ein Neues

Der Mann steht vor dem Spiegel.

Er findet sich sehr schön.

Ist wirklich nicht so übel.

Und sehr nett anzusehn.

Die Haare, sie sind dünner.

Den Armen fehlt die Kraft.

Der Zipfel steht noch immer.

Doch nur mit wenig Saft.

Die Frau findet sich hässlich.

Wie sind die Falten tief!

Der Busen, er ist grässlich.

Die Nase ist recht schief.

Es trafen sich die beiden

ganz spät, sie tranken viel.

Bald konnten sie sich leiden,

und schon begann das Spiel.

Karl und Klara im Park

Karl und Klara gingen heute
in dem großen Park spazieren.
Dort blickten sie durch alte Leute,
weil Junge sich nicht interessieren
für die schrumpeligen Alten –
humpelnd, zitternd und zu fade,
an den Stöcken und mit Falten.
Dafür sind sie sich zu schade.

Junge Leute, voller Liebe,
wollen nur zu ihresgleichen.
Nach dem kurzen Frühlingstriebe
sie die Seniorenzeit erreichen.
Auch ihr Leben bleibt nicht stehen,
werden bald nicht mehr gesehen.
Karl und Klara gingen heute
in den Park – und hatten Freude.

Das Alter

So viele alte Menschen rauchen,
sind zu nichts mehr zu gebrauchen.
Die dünne Haut wird welk und schrumplig,
die Schritte werden zäh und humplig.
Der Gang wird langsam immer schlimmer,
und auch im Bett, da geht es nimmer.
Den Appetit hat man verloren,
die ganze Welt hat sich verschworen.
Hüfte, Knie sind beschädigt;
der alte Mensch ist fast erledigt.
Die Gesundheit wird nun wichtig –
saufen kann man nicht mehr richtig.
Die Nieren hören auf zu schaffen,
und auch die Muskeln, sie erschlaffen.
Die Bäuche werden immer fetter,
die Alten werden nicht mehr netter.
Sie glotzen gern mit offnem Munde,
doch bald naht ihre letzte Stunde.
Sie können nicht mehr richtig sehen,
und dann bleibt ihr Herzchen stehen.

Doch dem Klugen wird’s nicht bange:
Mit Freude währt das Leben lange.