
Der Schnee
Der Schnee, er fällt am Tage
und manchmal in der Nacht.
Dem einen ist er Plage,
den andern froh er macht.
Ach, wär‘ er nicht so kühle,
hing kalt an jedem Ast.
Mit etwas Sommerschwüle
da liebte ich ihn – fast.

Der Schnee
Der Schnee, er fällt am Tage
und manchmal in der Nacht.
Dem einen ist er Plage,
den andern froh er macht.
Ach, wär‘ er nicht so kühle,
hing kalt an jedem Ast.
Mit etwas Sommerschwüle
da liebte ich ihn – fast.

Zu spät
Der Fotograf nach Hause lief;
denn er suchte das Stativ.
Als er es im Keller fand,
war‘s Motiv davongerannt.

Der Mond
Der Vollmond scheint ins Zimmer rein.
Manch einen freut sein heller Schein.
Dem andern ist der Mond ein Graus.
Er traut sich nicht mehr aus dem Haus.
Hat Angst vor Feen und Gespenstern.
Die lauern nächtens vor den Fenstern
und rutschen rein, du glaubst es nimmer,
auf Lunas Strahl in Schlafes Zimmer.
Der Mond hält ständig uns auf Trab:
Mal nimmt er zu, mal nimmt er ab.
Mich macht er froh und manchmal munter.
Und ich werde immer runder.
#gedichte
In der Reha gibt es Fango,
ist gesünder noch als Tango,
bei dem man das Gelenk verdreht,
was bei der Reha gar nicht geht.
Du liegst auf einem Wasserbett,
gemütlich-warm und einfach nett,
verpackt in wohlig-weichen Decken,
kannst du nunmehr im Schlaf verrecken.
In der Kabine Nummer zwei,
da schnarcht ein fetter Mann, o wei.
Er wälzt sich hin und wälzt sich her,
die Schwestern schwatzen nebenher
in ihrem Raum mit ganz viel Zeit;
sie lieben die Gemütlichkeit,
die „Stress“ sie nennen. Nur warum?
Dem Dichter bleibt die Feder stumm.
Da, der Alte fällt vom Bett,
auf den Boden, gar nicht nett,
„Hilfe“, schreit er, „helft mir doch“,
Schwestern sind im Schnatterloch.
Hör’n nicht, wie der Alte schreit,
armer Mann, er tut mir leid,
doch das Notseil mir gebricht,
helfen kann ich deshalb nicht.
Mann liegt unten, Fango drauf,
er hört mit dem Schreien auf.
Die Decke liegt daneben,
ganz traurig ist das Leben.
Der Fango drauf verschmutzt ihn sehr,
die Schwestern schnattern immer mehr.
Jetzt ist die Fango-Zeit herum,
die Schwestern sagen nun ganz dumm:
„Solch eine große Sauerei,
und Hilfe rief er nicht herbei!“
Das war sein schönster Fango-Tag,
an den er nicht mehr denken mag.


Der Auerochse oder Ur
war wirklich wie ein Ochs so stur.
Ihm hing die Welt um Halse raus,
da starb er schlicht und einfach aus.
Professor Lobrecht ging spazieren
zu den Tieren in dem Zoo,
und das, was er dort erlebte,
machte ihn vergnügt und froh.
Er fand einen leeren Käfig,
Schlüssel steckte, stieg hinein,
setzte sich, denn er war müde,
schloss die Augen und schlief ein.
Als er später dann erwachte,
sah er viele Leute gaffen,
amüsierte sich ganz köstlich
mit den Augen eines Affen.

Ist ein Mensch kein Geisteslicht,
heißt es: „Der ist nicht ganz dicht“,
was so ungefähr besagt,
dass im Hirn ein Loch ihn plagt.
Will man diesen Schaden richten
und fängt Verse an zu dichten,
merkt man leider allzu früh,
dass vergebens ist die Müh;
und der weise Mann verzichtet:
Man wird nicht Dichter, wenn man dichtet.
Einst lag in einem Fürstenbett
ein altes adliges Skelett.
Es ruhte, weiß und totenbleich,
auf Daunenfedern, mollig-weich.
Dort lag es viele hundert Jahre,
ersehnte seine harte Bahre
und auch sein kühles, dunkles Grab,
in das man es dann endlich gab.
Merke:
Auch das weichste Himmelbett
taugt nun mal nicht für ein Skelett.
Ein Eber dünkte sich sehr schlau
und wurde untreu seiner Frau.
Er rannte eines Morgens schon
mit einer jüngern Sau davon.
Doch schnell fing man ihn wieder ein
und schlachtete das geile Schwein.
Moral:
Wär er bei seiner Sau ergraut,
wär er jetzt nicht im Sauerkraut.