Der Mond

Illustriertes Gedicht von Berndt Baumgart
Gedicht von Berndt Baumgart – Illustration von Nadia Baumgart

Der Mond

Der Vollmond scheint ins Zimmer rein.

Manch einen freut sein heller Schein.

Dem andern ist der Mond ein Graus.

Er traut sich nicht mehr aus dem Haus.

Hat Angst vor Feen und Gespenstern.

Die lauern nächtens vor den Fenstern

und rutschen rein, du glaubst es nimmer,

auf Lunas Strahl in Schlafes Zimmer.

Der Mond hält ständig uns auf Trab:

Mal nimmt er zu, mal nimmt er ab.

Mich macht er froh und manchmal munter.

Und ich werde immer runder.

#gedichte

Das Mondgedicht

Am Himmel oben zieht er
gemächlich seine Bahn;
aus seiner Höhe sieht er
die Erde staunend an
und denkt: „Von all den Affen,
die sich gezeigt auf ihr,
ward nicht so viel geschaffen
wie von dem Menschentier,
das in den paar Sekunden,
die es auf Erden rennt,
sehr viel herausgefunden
und doch so wenig kennt.
Wie ist die Menschenmasse
so klug und doch so dumm.
Bald bringt sich diese Rasse
wahrscheinlich selber um.“

Dies denkt der Mond und weiter
hellt er in seinem Lauf
als stiller Wegbegleiter
die Nacht der Erde auf.