Freund oder Feind

Freund oder Feind

Deine Feinde schaden dir,

deshalb halte eher zu mir.

Deine Freunde lieben dich,

also nimm zum Freunde mich.

Wenn du mich zum Freunde hast,

bist du sicher – oder fast.

Tust du all das, was ich will,

bin ich freundlich und halt still.

Falls es dann doch schlimmer wird,

hast du dich in mir geirrt.

Und bist du verzweifelt dann,

fängt es halt von vorne an.

#gedichte #lyrik

Stammtischgeschichte

Gedichte
Der betrunkene Musikus

Stammtischgeschichte

Die Steirische, sie stöhnt und ächzt.

Der Musikus nach Bieren lechzt.

Die Finger wild die Knöpfe drücken,

er fällt besoffen auf den Rücken.

Im Liegen spielt er unverdrossen.

Die Augen waren schon geschlossen.

Wer das geseh’n, wird’s nie vergessen:

Der Xaver war musikbesessen!

Die neuen Werte

Texte und Gedichte von Dichter Berndt Baumgart - Ostbayern
Die Neuen Werte – Gedicht von Berndt Baumgart

Die neuen Werte

Wir müssen jetzt flexibel handeln.

Was heute gut, ist morgen schlecht.

Die Umstände sich ständig wandeln.

Der hasst es, und dem ist es recht.

Wo sind denn nun die frommen Werte?

Was ist gut, und was ist richtig?

Da sagt der Politikexperte:

Umfragewerte, die sind wichtig.

#lyrik #gedichte #spruchbilder

Auf ein Neues

Gedicht von Berndt Baumgart
Illustrierte Gedichte

Auf ein Neues

Große Ziele nicht erreicht.

Ein klein wenig nur vielleicht.

Häufig nebens Tor getroffen.

Oft vergeblich war das Hoffen.

So verging gar manches Jahr.

Ausgefallen ist sein Haar.

Jetzt, am letzten Stück des Lebens

kämpft er noch einmal, vergebens

oder nicht, wer weiß das schon?

Leise kommt der Englein Ton.

Die Kugel rollt der Sisyphos.

Der Rest des Lebens geht jetzt los.

Blick nach vorn

Blick nach vorn – Ein Gedicht von Berndt Baumgart

Blick nach vorn

Hinter grauem Winterhimmel

siehst du Frühlings Sonnenschein.

Neben dunklem Weltgetümmel

kann auch Wunderschönes sein.

Erkennen müssen wir es nur.

Schon ist die Depression vorbei.

Die Traurigkeit? Ach, keine Spur.

Das Leben jauchzt. Und bald ist Mai.

Der Machtwechsel

Machtwechsel - Gedicht von Berndt Baumgart
Der Machtwechsel – Ein gedicht von Berndt Baumgart

Der Machtwechsel

Narr, sei lustig, sprach der König.

Traurig bin ich, lach zu wenig.

Zeig mir deine schönsten Possen.

Müde bin ich, sehr verdrossen.

Der Narr indessen, wie befohlen,

will des Königs Trauer holen.

Zieht ihm vom ergrauten Haupte

güldnes Krönlein, das verstaubte.

König sprach, du Narrenknabe

hast die ganz besondre Gabe

frech zu sein, fast unerträglich.

Nimm die Krone, trag sie täglich.

Auf ein Neues

Humorvolle Gedichte - Illustrierte Gedichte
Gedichte von Berndt Baumgart – Auf ein Neues

Auf ein Neues

Der Mann steht vor dem Spiegel.

Er findet sich sehr schön.

Ist wirklich nicht so übel.

Und sehr nett anzusehn.

Die Haare, sie sind dünner.

Den Armen fehlt die Kraft.

Der Zipfel steht noch immer.

Doch nur mit wenig Saft.

Die Frau findet sich hässlich.

Wie sind die Falten tief!

Der Busen, er ist grässlich.

Die Nase ist recht schief.

Es trafen sich die beiden

ganz spät, sie tranken viel.

Bald konnten sie sich leiden,

und schon begann das Spiel.