Der Dichter im Café

Er sitzt und brütet vor sich hin;

denn gut zu dichten ist sein Sinn.

Er dichtet ständig, permanent,

das weiß ein jeder, der ihn kennt. 

Er ist fast immer wohlgemut;

denn das Dichten tut ihm gut.

Er schreibt bei Bier und auch bei Wein;

denn im Café schmeckt alles fein.

Einst hebt ein Englein ihn empor;

dann dichtet er in Gottes Ohr.

Friedensbitte

Das Maß ist voll, das Leid ist groß.

Was ist nur auf dem Erdball los?

Wann wird denn endlich Frieden sein,

wo Menschen sich des Lebens freun?

.

Die Zeichen stehen nicht so gut.

Der Krieg in Schützengräben ruht.

Ein schwerer Panzer explodiert.

Der Mütter Leid zu Tränen rührt.

.

Die weiße Friedenstaube stirbt.

Trump’s Austernfrühstück schnell verdirbt.

In Gaza sterben Kinderlein.

Wer mag sich da des Lebens freun?

.

Wir hoffen weiter, Tag für Tag.

Es sich zum Bess´ren wenden mag.

Den Frieden gib uns, lieber Gott.

Es sind schon viel zu viele tot.

#gedichte #frieden

Überraschung

Ohne Zweifel, ohne Sorgen,

leben heute wir und morgen.

Kommt jedoch der Zweifel heute,

sind auch Sorgen da, ihr Leute.

.

Daher also nicht mehr Denken,

Blicke in die Nähe lenken,

Gutes essen und auch trinken,

müde in den Traum versinken. 

.

Und wenn dann die Schüsse knallen,

überall die Bomben fallen,

werden überrascht wir sagen:

Wie kann jemand solches wagen?

.

#gedichte

Für die Gesundheit

Gesundheit - Ein Gedicht von Berndt Baumgart
Für die Gesundheit – Ein Gedicht von Berndt Baumgart

Für die Gesundheit

Professor Lobrecht ging spazieren

in dem Kurpark ganz allein.

Das Laufen wollte er probieren –

Laut dem Doktor soll es sein.

Nun lief er also fast zwei Stunden,

bis die Füße taten weh.

Er zählte schon nicht mehr die Runden.

Wund war jetzt der kleine Zeh.

Doch dann im Biergarten wurd’s heftig.

Bald vergessen war die Pein.

Der Herr Professor soff sehr kräftig –

Abends brachten sie ihn heim.

#gesundheit #gedichte

Die neuen Werte

Texte und Gedichte von Dichter Berndt Baumgart - Ostbayern
Die Neuen Werte – Gedicht von Berndt Baumgart

Die neuen Werte

Wir müssen jetzt flexibel handeln.

Was heute gut, ist morgen schlecht.

Die Umstände sich ständig wandeln.

Der hasst es, und dem ist es recht.

Wo sind denn nun die frommen Werte?

Was ist gut, und was ist richtig?

Da sagt der Politikexperte:

Umfragewerte, die sind wichtig.

#lyrik #gedichte #spruchbilder

Der Machtwechsel

Machtwechsel - Gedicht von Berndt Baumgart
Der Machtwechsel – Ein gedicht von Berndt Baumgart

Der Machtwechsel

Narr, sei lustig, sprach der König.

Traurig bin ich, lach zu wenig.

Zeig mir deine schönsten Possen.

Müde bin ich, sehr verdrossen.

Der Narr indessen, wie befohlen,

will des Königs Trauer holen.

Zieht ihm vom ergrauten Haupte

güldnes Krönlein, das verstaubte.

König sprach, du Narrenknabe

hast die ganz besondre Gabe

frech zu sein, fast unerträglich.

Nimm die Krone, trag sie täglich.

Des Huhnes Problem

Illustrierte Gedichte von Berndt Baumgart
Illustriertes Gedicht von Berndt Baumgart

Des Huhnes Problem

Auf einem alten Odelfass

saß ein Huhn und wurde nass,

denn es schüttete gar sehr.

Der Regen nahm kein Ende mehr.

„Was soll ich tun?“, das Huhn sich fragt.

Zitternd es sein Los beklagt.

„Im Hühnerstall, da wär es schön.

Ich brauchte nur hineinzugeh‘n.

Doch dort ist der geile Hahn,

den ich nicht ertragen kann“.

Das Huhn blieb sorgend auf dem Fleck.

Die dunklen Wolken zogen weg

und warme Sonne kam heraus.

Schon war des Huhnes Sorge aus.

Dicht(er)

Ist ein Mensch kein Geisteslicht,
heißt es: „Der ist nicht ganz dicht“,
was so ungefähr besagt,
dass im Hirn ein Loch ihn plagt.
Will man diesen Schaden richten
und fängt Verse an zu dichten,
merkt man leider allzu früh,
dass vergebens ist die Müh;
und der weise Mann verzichtet:
Man wird nicht Dichter, wenn man dichtet.