Der Esel

Der Esel – Illustriertes Gedicht

Der Esel

Im Wiesengelände ein Esel frisst,

den niemand auf dieser Erde vermisst.

Er ist völlig frei, weil niemand ihn kennt.

Keiner den Grauen als Eigen benennt.

Wo du ihn findest, verrate ich nicht.

Ach, lass‘ ihn dort grasen im Sonnenlicht.

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Impressionen aus dem Café

Impressionen aus dem Café – Ein Gedicht von Berndt Baumgart

Impressionen aus dem Café

Im Café sitzen die Skelette.

Sie reden alle um die Wette.

Sehr fröhlich sie zusammen plappern.

Nur ab und zu die Knochen klappern.

Die Köpfe wackeln hin und her.

Und haben keine Augen mehr.

Die Kiefer klappen zu und auf.

Sie hau’n sich auf die Schultern drauf.

Und wie ich so nach unten schau,

da wird es mir im Magen flau.

Ich sehe meine eignen Knochen.

Die Angst ist mir ins Hirn gekrochen.

Nein, denke ich. Ich will noch leben.

Will nicht nach Knochenhaufen streben.

Wir brauchen Zunge, Magen, Fleisch.

Erst später kommt das Himmelreich.

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Herbst am See

Herbst am See – Illustriertes Gedicht von Berndt Baumgart

Herbst am See

Es glitzern Sonnenstrahlen in dem See.

Libellen leicht und rastlos darauf schwirren.

Doch lassen wir uns dadurch nicht beirren:

Auf fernen Bergen funkelt schon der Schnee.

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Entscheidung am Morgen

Ein Gedicht von Berndt Baumgart

Entscheidung am Morgen

Einst wachte ich des nächtens auf.

Es war zur zweiten Stunde.

Beginnt schon jetzt der Tageslauf?

Ich schlaf‘ noch eine Runde!

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Das Sauggedicht

Das Sauggedicht

Das Kind saugt an der Mutterbrust.

Dem Säugling bringt das höchste Lust.

Die Mücke saugt das Blut heraus.

Aus Mensch und Tier, o welch ein Graus.

Die Spinne saugt die Mücke leer.

Das Blut darin, es schmeckt ihr sehr.

Der eine saugt im Herbste Laub.

Der andre, er saugt lieber Staub.

Gesaugt wird auf der ganzen Welt.

Auch, wenn es manchem nicht gefällt.

Den Blutsauger im Menschenreich

Erkennt man später, nicht sogleich.

Oft hast du arglos ihn gewählt.

Bald bist du leer und ausgehöhlt.

Bleib demokratisch, klug und stur.

Und hüte dich vor Diktatur!