Der Problemwolf

Ein Wolf aus den Karpaten

zum Mittelmeer wollt wandern.

Die Bären waren Paten.

Ihn lockte es nach andern

kleinen Wölfen im Revier;

denn er war ein Neugiertier.

So lief er viele Tage,

die Menschen wollt‘ er meiden;

sie war‘n ihm eine Plage

und konnten Wolf nicht leiden.

Die Alpen überquert er,

kam danach in Spanien an.

Seine Wölfin liebt er sehr,

und zwei Welpen kamen dann.

Die Jäger von den Farmen,

sie waren ohne Gnade

und hatten kein Erbarmen.

Ums Wölflein war es schade.

Doch schon im nächsten Jahre,

da wanderten die Jungen

bis hin zu den Karpaten.

Die Bären wurden Paten.

Das Problemschaf

Ein kleines Schaf lief frei herum

im schönen Ort  Bad Bürgersbrunn.

Der Menschen Angst war ziemlich groß:

Was will das weiße Schaf denn bloß?

 

Vielleicht unsre Katzen quälen,

sich mit einem Hund vermählen?

Warum ist’s nicht auf der Weide?

Ist es christlich oder Heide?

 

Schäflein  brachte viele Fragen.

Keiner wusste recht zu sagen,

wofür im Ort es nütze sei.

Es lief herum, war einfach frei.

 

Am Kinderwagen schnüffelt’s gar-

die Mutter voller Panik war.

Und so hat der Rat beschlossen:

Dieses Schaf gehört erschossen.

Illustration von Nadia Baumgart

Grund zum Feiern

Zwei Dinge, die man besser lässt,
sind Ostern und das Weihnachtsfest.
Das religiöse Ritual
bedeutet vielen eine Qual.

Am besten ists mit Toleranz:
Der eine lässt das Feiern ganz,
der andre suhlt sich im Gewühl,
weil seine Seele es so will.

Zum dritten Weg ist es noch weit:
Zur Liebe und zur Menschlichkeit.
Ist diese auf dem Erdenrund,
gibt es zum Feiern jeden Grund.

Karl und Klara im Park

Karl und Klara gingen heute
in dem großen Park spazieren.
Dort blickten sie durch alte Leute,
weil Junge sich nicht interessieren
für die schrumpeligen Alten –
humpelnd, zitternd und zu fade,
an den Stöcken und mit Falten.
Dafür sind sie sich zu schade.

Junge Leute, voller Liebe,
wollen nur zu ihresgleichen.
Nach dem kurzen Frühlingstriebe
sie die Seniorenzeit erreichen.
Auch ihr Leben bleibt nicht stehen,
werden bald nicht mehr gesehen.
Karl und Klara gingen heute
in den Park – und hatten Freude.

Das Hundegedicht

Der Hund macht nix, er ist ganz brav,
sehr lieb ist er, so wie ein Schaf.
Das Kind hat ihn nur irritiert,
da wurde Bello ganz verwirrt.
Er biss das Kind ins Bein ganz tief,
nun gut, da lief wohl etwas schief.
Hoffentlich war das Kind gesund;
denn nur 1A-Fleisch mag der Hund.