Schweine in der Stadt

Zwei Schweine gingen durch die Stadt,
in der es viele Schweine hat.
Sie suchten aus das Rathausschwein,
es sollte Bürgermeister sein.

Den Schweinen ging es nun sehr gut,
und bald kam auch der Übermut.
Er küsste sie zart auf den Po
und auf die Brüste sowieso.

Das machte beide Schweine geil,
sogar das Rathausschwein nahm teil
an der Schweinesudelei,
das Priesterlein war auch dabei.

Wie konnte es nun anders sein –
Der Metzger kam sehr bald herein,
beendete das Schweinespiel,
Würste, Schnitzel gab es viel.

Der Professor und der Arzt

Professor Lobrecht hatte Schmerzen
an dem Rücken und am Zeh.
Der Magen drückte und am Herzen
tat es manchmal etwas weh.

Lobrecht wollte Stärke zeigen,
musste seinen Mann stets stehn,
gehörte niemals zu den Feigen,
die immer gleich zum Arzte gehn.

Doch seine braves Eheweibchen                                                                                                 jagte ihn zum Doktor hin;
rückte täglich ihm ans Leibchen.
Widerstand war ohne Sinn.

Und nun fragte der Herr Doktor:
„Wo tut‘s weh, was sagt das Blut?“
Lobrecht wusste nichts zu sagen:
Heute ging es ihm doch gut.

Noch lang der Herr Professor lebte,
nur langsam wurde Lobrecht alt.
Des Doktors Leben längst entschwebte,
die gute Frau war auch schon kalt.

Der Pfarrer und die Nonne

Der Pfarrer und die Nonne

Der Pfarrer liebt die keusche Nonne.
Ihr Leib, der gibt ihm größte Wonne.
Er sorgt sich auch um ihre Seele.
Als Seelsorger, da geht er fehle.

War das in unsres Gottes Plane,
dass unter mancher Schwarzsoutane
die Geilheit und die Bosheit juchzen,
während arme Nonnen schluchzen?

Der Teufel wird sie alle holen;
doch bis dahin ist‘s noch Zeit:
Noch manche Nonne wird geschunden,
bis das Priestervolk verschwunden.

Ein neuer Tag

Ein neuer Tag, ein neues Glück.
Wir schaun nach vorn und nicht zurück.
Das Alte ist geschehn auf Erden,
die Zukunft könnte besser werden.

Am wichtigsten ist wohl das Heute,
so tönen manche klugen Leute,
doch heute, das ist morgen gestern,
würde der Zyniker schnell lästern.

Nun denken wir am besten weiter,
weit nach vorne, bleiben heiter.
Hundert Jahre oder mehr:
Wo nehmen wir die Hoffnung her?

Leider können wir nichts wissen,
suchen wir auch sehr verbissen.
Wie lange wird es Menschen geben?
Na schaun wir mal, so ist das Leben.

Die drei Musketiere

Es waren einst drei Musketiere,
die kämpften wie die wilden Stiere.
Sie erschlugen zwanzig Tyrannen
und tausende Soldatenmannen.
So wurden sie berühmt im Ländchen,
die Sänger brachten ihnen Ständchen.
Voll Lobes waren auch die Dichter,
die Staatsanwälte und die Richter.
Die Frauen wollten Kinder haben
von den drei Musketenknaben.
Und so gibt es noch bis heute
Nachfahren der Musketenleute.

Glück und Tücke

Karl und Klara sind ein Pärchen.
Glücklich sind sie wie im Märchen.
Da kommt Olli voller Tücke,
und vorbei ist’s mit dem Glücke.

Er verführt das Klaramädchen
heimlich in dem Nachbarstädtchen.
Doch das Karlchen findet’s raus:
Und schon ist’s mit Olli aus!

So geschieht es immer wieder,
hält man nicht im Zaum die Glieder.
Doch mancher Mann, erhob‘nen Hauptes,
vögelt fremd, und niemand glaubt es.