Des Huhnes Problem

Illustrierte Gedichte von Berndt Baumgart
Illustriertes Gedicht von Berndt Baumgart

Des Huhnes Problem

Auf einem alten Odelfass

saß ein Huhn und wurde nass,

denn es schüttete gar sehr.

Der Regen nahm kein Ende mehr.

„Was soll ich tun?“, das Huhn sich fragt.

Zitternd es sein Los beklagt.

„Im Hühnerstall, da wär es schön.

Ich brauchte nur hineinzugeh‘n.

Doch dort ist der geile Hahn,

den ich nicht ertragen kann“.

Das Huhn blieb sorgend auf dem Fleck.

Die dunklen Wolken zogen weg

und warme Sonne kam heraus.

Schon war des Huhnes Sorge aus.

Der Gänsesäger

Kaum jemand kennt den Gänsesäger,

denn Gänse sägen kann nicht jeder.

Sein Schnabel ist gesägt und spitz,

und Fische frisst er – ohne Witz.

Der Schnabel vorn nach unten geht,

was beim Hinschaun man versteht.

Des Weibchens Schopf ist bräunlich-wild,

wie man es sieht auf manchem Bild.

Das Männchen schwimmt in stolzer Pracht:

Kopf, Rücken, schwarz – so wie die Nacht.

Unten weiß, ganz wie ein Schwan,

wir mögen dich, du Sägemann.

Coronagedicht

Lasst uns solidarisch sein

und im eignen Heim erfreun.

Draußen ist es kalt und nass –

zu Hause macht das Leben Spaß.

Immerfort die Heizung brummt,

wenn man will, zu jeder Stund.

Essen gibt es nur “to go”,

das macht alle Menschen froh.

Die Politik für jeden sorgt:

Dem Gastwirt wird viel Geld geborgt.

Reicht es nicht, hat er „gelost“.

Das erzeugt bei manchem Frust.

Erlaubt ist alles ohne Lust.

Das Volk säugt an der Mutterbrust.

Wie dem auch sei – es geht  vorbei.

Und der Bayer sagt: „Ja mei.“

Lasst uns solidarisch sein

und uns an dem Leben freun.

Coronagedicht von Berndt Baumgart

Unser König

Wir Menschen brauchen einen König.

Die Vernunft bedeutet wenig.

Als Führer geht er vorneher.

Uns Kindern fällt das gar nicht schwer.

Er sagt, was gut und richtig sei.

Das andere ist einerlei.

So schützt er uns  vor Angst und Not

Vor der Krankheit und dem Tod.

Und am Ende heißt es noch:

Unser König lebe hoch.