Die Diebe

Es kamen einst zwei Diebe

zu einem Juwelier.


Sie stahlen nur aus Liebe

und konnten nichts dafür.

Doch dann kam die Polente,

die sah das gar nicht ein.

Sie machten dem ein Ende,

ins Kittchen ging’s hinein.

Dort sollten sie bereuen,

doch das fiel ihnen schwer.

Die strenge Strafe scheuen,

das mochten sie nicht sehr.

So stahlen sie für immer,

das war ihr Lebens Lauf.

Es wurde immer schlimmer,

doch waren sie gut drauf!

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#gedichte

Alles Zufall?

Auf einem Baume saßen wir

und dachten, wozu sind wir hier?

Kann unser Leben Zufall sein?

Ich dachte ja, sie sagte nein.

Noch lange saßen wir zu zweit,

und dann kam die Schlafenszeit.

Der Himmelkletterer

Der Himmelkletterer

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Der Mensch soll an das Gute glauben,

immer brav und artig sein.

An seines Schicksals Leiter schrauben,

klettern in den Himmel rein.

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Ist er dann dort angekommen,

schaut er auf das Erdenrund.

Ach, ich bin jetzt bei den Frommen,

zwar schon tot, aber gesund.

Der Trost

Der Trost

Lasst uns den Adel loben;

denn er war immer oben.

Der Pöbel, er hat unten

das Schöne nicht gefunden.

Ganz oben sind die Reichen,

kannst ihnen niemals gleichen.

So bleibe arm, voll Demut;

dann packt dich nicht die Wehmut.

Sei glücklich und zufrieden.

Mehr ist dir nicht beschieden.

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#gedichte

Gedanken in der Puszta

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Fische, Vögel, Schmetterlinge,
hier sind sie, die schönen Dinge.
Wir dachten schon, sie gibt’s nicht mehr
und kamen voller Neugier her.

Autoscheiben voller Mücken,
heute ist das ein Entzücken.
Ohne Gift sie überleben.
Könnt‘ es das bei uns nur geben!

In Deutschland herrscht der „Pflanzenschutz“,
so nennt der Landwirt diesen Schmutz,
den er stolz auf die Felder fährt.
Monsanto macht die Welt verkehrt!

Die ganze Welt im Gift ertrinkt,
und die Moral der Reichen sinkt.
Wenn die Entwicklung geht zurück,
dann bleibt uns nur privates Glück.

#gedichte

Spätsommer

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Des späten Sommers leichte Wärme
ist eine Zeit, von der ich schwärme.
Die Schwalben sind schon weg geflogen,
im Urinstinkt nach Süden zogen.
Die Mücken spielen in den Lüften,
wir laben uns an Kräuterdüften.
Noch viele Jahre will ich leben,
ach möge Gott mir diese geben!

Mensch oder Tier?

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Manchmal frage ich mich hier,
ob ich Mensch bin oder Tier.
Wo der Unterschied denn sei,
das weiß niemand einwandfrei.

Also gliedern wir uns ein
als ein nacktes Tier, ganz fein,
aufrecht gehend, Hand in Hand.
Leider fehlt uns der Verstand.

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#gedichte

Welt und Menschen

Die Welt ist groß, die Welt ist weit.
Die Menschen haben keine Zeit.
Sie rennen hin, sie rennen her,
als ob das alles wichtig wär.
Sie hau’n sich auf die Köpfe drauf,
am Ende sterben sie zuhauf.
Die Welt ist weit, die Welt ist groß.
Der Mensch ruht in der Erden Schoß.

#gedichte