In der Abenddämmerung gingen
die beiden spazieren.
Hand in Hand und jeder allein.
Sie blieben stehen
und sahen sich an.
Ihr Blick war Sprache.
Sie gingen weiter.
Zusammen.
Lebensweisheit Nr. 8
In Diskussionen hört man oft: „Das ist allgemeingültig“.
Da werde ich sofort nachdenklich.
Ich frage:
1. Was ist „allgemein?“
2. Was ist „gültig“?
Diese beiden Fragen erfordern Definitionen zur Beantwortung.
Aber die Antworten sind sehr unterschiedlich.
Daher gilt: Bisher wurde noch nichts Allgemeingültiges gefunden. Qed
Das Schwingen
Die Mutter mahnt ihr Töchterlein,
es solle auf der Hut stets sein
vor männlichen Gefahren
und Freunden, jung an Jahren.
Die Tochter glaubt das alles nicht,
und bald schon zu der Mutter spricht:
„Ach bitte, lass‘ mich gehen.
Ich möchte Klaus heut sehen.“
Da sagt die Mutter sorgenvoll,
worauf die Tochter achten soll.
Vor allen andren Dingen
besonders auf das Schwingen.
„Er schwingt dich auf das Motorrad,
und rüstet bald zur nächsten Tat:
Beim Tanzen schwingt er weiter,
dir wird ganz leicht und heiter.
Er schwingt dich hin, er schwingt dich her;
Dann küsst er dich, er atmet schwer,
und bald schwingt dich der Bube
aufs Bett in seiner Stube.“
Die Mutter fragt ihr Töchterlein:
„War denn die Zeit mit Klaus auch fein,
und – schwang er? Bitte sage!“
Ja…das war hier die Frage.
Der Unterschied
Alle sind gleich, grässliche Gedanken.
Arm ist reich, keine Schranken.
Dumm ist weise, töricht klug.
Niemand hat zu wenig, niemand genug.
Frau ist Mann und Mann ist Frau.
Man nimmt das heut nicht mehr genau.
Noch gibt es welche, die im Licht
und andre, die im Schatten stehn.
Teils unverschuldet, teils auch nicht,
dem geschieht’s recht, dem aus Versehn.
Es schreit nur, der von unten schielt,
sich ungerecht behandelt fühlt.
Sieh’s doch so an, wie es ist:
Ob du oben, unten bist,
hängt teils von dir ab, teils auch nicht.
Tu deinen Teil, mehr kannst du nicht.
Und, was immer auch geschieht:
Ein Hoch dem kleinen Unterschied.
Vom Leben in die Ewigkeit
Neuen Ufern zuzustreben
ist so schön, wenn man’s noch kann.
Auf die Zukunft hin zu leben,
hält uns in des Lebens Bann.
Doch es kommt einmal die Zeit,
wo der Tag zum Jahre wird.
Dann, wenn gar nichts mehr passiert,
lebst du schon in der Ewigkeit.
Erfolg
Erfolg, die höchste aller Leitern,
wechselt ständig ihr Gesicht.
Sie zerbricht, hört auf, geht weiter,
nur – man weiß es vorher nicht.
Ein Werk, das eben man begonnen,
wird sofort Vergangenheit.
Bevor der Augenblick zerronnen,
liegt er fern schon unsrer Zeit.
Hast einen Gipfel du erklommen,
stehst du schon am nächsten Berg.
Trotz Schätzen, die du grad bekommen,
bleibst du doch für viele – Zwerg.
Das Große, das du kannst erreichen,
wird recht klein, blickst du zurück.
Jede Tat muss neuen weichen –
Bringt Erfolg denn gar kein Glück?
So lang du neue Ziele siehst,
bringst du deine Welt ins Lot.
Jede Hoffnung , die du fliehst,
bringt im Leben dir den Tod.
Fritz und Walter
Fritz und Walter fuhren täglich
morgens in der Straßenbahn.
Der eine war so dumm wie Stroh,
der andre auch kein kluger Mann.
Sie sahen täglich junge Frauen
und bewunderten sie sehr:
„Bei der, da müsste man sich trauen,
und die ist geil und noch viel mehr.“
Die beiden Narren nicht bedachten,
Idioten war’n sie beide sehr,
dass Frauen sie total verachten;
denn Deppen gibt es immer mehr.
Das Nilpferd und das Krokodil
Das Nilpferd und das Krokodil,
die trafen sich am Weißen Nil.
Das Nilpferd sprach: „Du Nimmersatt,
warum bist du nur immer platt?“
Das Krokodil sprach grinsend nur:
„ICH achte halt auf die Figur“.
Der Elefant im Bus
Herrn Bahr im vollen Autobus
ein Elefant trat auf den Fuß.
Wie kam das Tier nur dort hinein?
Das konnte nur ein Wunder sein.
Des Wunders Lösung aber war:
Es war ein Alptraum von Herrn Bahr.