Der arme Unternehmer

Ich hab eine Firma, weiß nicht, wie sie heißt,
kann jeden verstehen, der Freunde bescheißt.
Ich mag lieber reden, die Schrift mag I nit,
mach gerne Geschäfte mit ganz viel Profit.
Ich bin Unternehmer mit sehr großem Herz,
der Schaden der andern bereitet mir Schmerz.
Und wenn ich einstmals vorm Richterstuhl steh‘,
dann jammer ich laut: „Ich Opfer, o weh“.

Advertisements

Der Unterschied

Alle sind gleich, grässliche Gedanken.
Arm ist reich, keine Schranken.
Dumm ist weise, töricht klug.
Niemand hat zu wenig, niemand genug.
Frau ist Mann und Mann ist Frau.
Man nimmt das heut nicht mehr genau.

Noch gibt es welche, die im Licht
und andre, die im Schatten stehn.
Teils unverschuldet, teils auch nicht,
dem geschieht’s recht, dem aus Versehn.
Es schreit nur, der von unten schielt,
sich ungerecht behandelt fühlt.

Sieh’s doch so an, wie es ist:
Ob du oben, unten bist,
hängt teils von dir ab, teils auch nicht.
Tu deinen Teil, mehr kannst du nicht.
Und, was immer auch geschieht:
Ein Hoch dem kleinen Unterschied.