Des Huhnes Problem

Illustrierte Gedichte von Berndt Baumgart
Illustriertes Gedicht von Berndt Baumgart

Des Huhnes Problem

Auf einem alten Odelfass

saß ein Huhn und wurde nass,

denn es schüttete gar sehr.

Der Regen nahm kein Ende mehr.

„Was soll ich tun?“, das Huhn sich fragt.

Zitternd es sein Los beklagt.

„Im Hühnerstall, da wär es schön.

Ich brauchte nur hineinzugeh‘n.

Doch dort ist der geile Hahn,

den ich nicht ertragen kann“.

Das Huhn blieb sorgend auf dem Fleck.

Die dunklen Wolken zogen weg

und warme Sonne kam heraus.

Schon war des Huhnes Sorge aus.

Der Mensch und das Wetter

Der Mensch und das Wetter

„Das Wetter ist so störrisch dieses Jahr.

Es ist nicht mehr, so wie es früher war.

Hat denn der blöde Himmel nichts gelernt?

Vom Guten ist das alles weit entfernt.

Im Winter darf es schneien, nicht zu viel.

Und wärmer dann im Sommer, wenn Mensch will.

Alles ganz ruhig und schön gemäßigt nur

Von Kapriolen woll’n wir keine Spur.“

So fing des Wetters Umerziehung an.

Mit Flugzeugen und Bomben es begann.

Die Menschen fluchten, schrien rundheraus:

 „Wir treiben dir die bösen Flausen aus!“

Das Wetter dachte sich: “Du armer Tropf.“

Es warf ihm dicken Hagel auf den Kopf.

Mit Blitz und Sturmflut machte es ihn weich.

„Ich hab‘ die Herrschaft auf dem Erdenreich.“

Coronagedicht

Lasst uns solidarisch sein

und im eignen Heim erfreun.

Draußen ist es kalt und nass –

zu Hause macht das Leben Spaß.

Immerfort die Heizung brummt,

wenn man will, zu jeder Stund.

Essen gibt es nur “to go”,

das macht alle Menschen froh.

Die Politik für jeden sorgt:

Dem Gastwirt wird viel Geld geborgt.

Reicht es nicht, hat er „gelost“.

Das erzeugt bei manchem Frust.

Erlaubt ist alles ohne Lust.

Das Volk säugt an der Mutterbrust.

Wie dem auch sei – es geht  vorbei.

Und der Bayer sagt: „Ja mei.“

Lasst uns solidarisch sein

und uns an dem Leben freun.

Coronagedicht von Berndt Baumgart