Herbstbeginn

Ein Blatt tanzt in der klaren Luft,

aufgehängt am Spinnenfaden.

Die Herbsteszeit den Winter ruft.

Vorher kommen Nebelschwaden.

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Schön ist sie dennoch, diese Zeit

mit den kühlen Sonnenstrahlen.

Jetzt kann der Herrgott weit und breit

jedes Blatt mit Gold bemalen.

Zwischen Schweigen und Hoffen

Der eine weint, der andre schmollt.
Sie haben“s beide nicht gewollt.
Die Welt verliert ihr Gleichgewicht.
Man spürt es, aber sagt es nicht.

Gerechtigkeit ging leis davon,
verlor sich hinter Stahlbeton.
Wir fragen leis: Wo führt das hin?
Und suchen weiter nach dem Sinn.

Wir stolpern durch das Jetzt mit Scheu.
Es ist uns gar nicht wohl dabei.
Kein Jammern hilft, kein lauter Schrei.
Die Hoffnung bleibt. Ganz heimlich.
Frei.

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Die Scheidung

Scheidungen in diesem Land

sind den Menschen wohlbekannt.

Hält die Ehe dreizehn Jahr,

ist es schon ganz wunderbar.

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Mancher Mann an diesem Ort

Läuft nach einem Jahre fort.

Auch bei Frauen ist es gleich;

flüchten aus dem Ehereich.

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Daher denke ich mir sehr:

Niemand braucht die Ehe mehr.

Warum muss die Hochzeit sein?

Ist es besser nicht allein?

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Ich verleb´ ein Single-Jahr;

ach, ist das nicht wunderbar!

Kommt die Neue, ist es klar:

Ich sag´ wieder gerne „Ja“.

#gedichte

Der Spatz

Der Spatz im Frühlingssonnenschein

hüpft munter in den Tag hinein.

Er pickt nach allem, was er mag,

verbringt so jeden Sonnentag.

Anders lebt der Spatz bei Regen:

Fliegen kommen ihm entgegen.

Der Ehrenbürger

Der Ehrenbürger

Er ist klug und auch sehr rund.

Trinkt nicht viel, ist recht gesund.

Hat im Dorfe viel getan,

manches kam auch ganz gut an.

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Also sprach der große Rat:

„An dem Sepp wird nicht gespart.

Große Ehren kriegt er hier,

keine Steuer, freies Bier“.

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Straße wird benannt nach ihm,

alle Leute grüßen ihn.

Er ist aller Ehren wert,

sitzt ganz vorn beim Kurkonzert.

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So geht seine Zeit dahin.

Nette Bürger mögen ihn.

Andren ist er einerlei.

Und sein Grab ist kostenfrei.

Die Diebe

Es kamen einst zwei Diebe

zu einem Juwelier.


Sie stahlen nur aus Liebe

und konnten nichts dafür.

Doch dann kam die Polente,

die sah das gar nicht ein.

Sie machten dem ein Ende,

ins Kittchen ging’s hinein.

Dort sollten sie bereuen,

doch das fiel ihnen schwer.

Die strenge Strafe scheuen,

das mochten sie nicht sehr.

So stahlen sie für immer,

das war ihr Lebens Lauf.

Es wurde immer schlimmer,

doch waren sie gut drauf!

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#gedichte

Alles Zufall?

Auf einem Baume saßen wir

und dachten, wozu sind wir hier?

Kann unser Leben Zufall sein?

Ich dachte ja, sie sagte nein.

Noch lange saßen wir zu zweit,

und dann kam die Schlafenszeit.

Welt und Menschen

Die Welt ist groß, die Welt ist weit.
Die Menschen haben keine Zeit.
Sie rennen hin, sie rennen her,
als ob das alles wichtig wär.
Sie hau’n sich auf die Köpfe drauf,
am Ende sterben sie zuhauf.
Die Welt ist weit, die Welt ist groß.
Der Mensch ruht in der Erden Schoß.

#gedichte

Ewiger Frühling

Frühlingsgedicht von Berndt Baumgart

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Im Frühling blühen die Bäume.

Es kommen die Frühlingsträume.

Menschen sind fröhlich und singen.

Dem Herrgott ein Danklied bringen.

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Vergessen ist Winters Kühle.

Noch fern ist des Sommers Schwüle.

Zwischen Extremen die Tage

sind heilsam, ganz ohne Frage.

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Lasst uns genießen die Stunden,

langsam die Wärme erkunden,

ach, alles sollte so bleiben;

nur Schönes würde ich schreiben.

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#gedichte