Das Welt-Sonett: (negativ und positiv)

Du schöne Erde, dein Los macht mir Sorgen,
Aus deinem Schoße schönste Dinge sprossen;
Die haben wir schon viel zu lang genossen.
Ich fürchte manchmal, dass es gibt kein Morgen.

Und dabei wäre alles nicht so schwierig:
Es müssten schweigen einfach alle Waffen,
Gerettet würden Vögel, Fische, Affen.
Die Menschheit will den Frieden ganz begierig.

Variante 1 (negativ)

Was nützen all die Klimaschutzabkommen,
Wenn die Tyrannen foltern und auch morden,
Gewehre schwingen graus’ge Kinderhorden?

Das Gift die Länder schwängert bis zum Tode,
Der Erdenleib verwelkt und wird marode;
Doch viele haben das noch nicht vernommen.

Variante 2 (positiv)

O, lasst die Kugeln in den Waffenrohren,
Zerstört das Gift und lasst die Meere leben.
Wir sollten doch das Gute weitergeben.

Bewahrt die Erde für die Kindeskinder,
Und auch die Tiere danken es nicht minder-
Dann ist die Welt noch nicht so ganz verloren.

Variante 3 (irgendwo dazwischen)?

Der unbekannte Ort

Zwei Menschen fahr’n ein großes Stück,
wollen die Welt verstehen.
Nach Jahren kommen sie zurück
und haben viel gesehen.

Sie zeigen ihre Fotos her,
doch niemand will sie schauen.
Auch ihr Buch ist viel zu schwer,
nicht einfach zu verdauen.

So fahren sie denn wieder fort,
hören auf zu fluchen;
finden den unbekannten Ort,
den viele ewig suchen.

Das liebe Gedicht

Heute schreibe ich ein liebes Gedicht:
Weihnachten kommt, das himmlische Licht.
Alle haben sich jetzt ganz lieb,
selbst den Betrüger und den Dieb.
Verzeihen ist nun up to date,
lieber schneller als zu spät.
Wir nehmen alle in den Arm,
das tut so gut und hält ganz warm.
Alle sind wir Brüder, Schwestern.
Feindschaft ist vorbei seit gestern.
Und wenn alles so schön bliebe,
dann gäbe es die Menschenliebe.

Die alte Frau und der junge Mann

Sie fasst ihn immer wieder an
und möchte diesen jungen Mann.
Er ist jung und sie ist schwammig.
„Ist mir egal“, denkt er – „Verdammich“.

Jetzt trinkt er einen großen Schnaps,
isst das Fleisch mit einem Happs,
so kann er’s überstehen.
Sie drängt: „Wir sollten gehen“.

Sie hat ein Haus, ein Bett und Geld,
so ist er nicht auf sich gestellt.
Sein Vater hält ihn viel zu knapp:
Er soll studieren, papperlapapp.

So geht das hin, dann wird es schwer.
Es kommt ein junges Weib daher,
Sie ist frisch und hat Manieren.
Jetzt muss er schuften und studieren.

Der Beschützer

Im Café zur Sommerzeit
sitzt sie in einem schönen Kleid.
Nebenan hockt ihr Galan,
der strengt sich ganz erheblich an.
Er legt den Arm sehr sanft um sie,
will sie beschützen, weiß nicht, wie.
Besitzergreifend greift er zu,
sie schüttelt sich. “Lass‘ mich in Ruh“,
so denkt sie, sagt es aber nicht,
drum wird er frecher, dieser Wicht.
Sie fragt sich, ob sie glücklich war.
Mit diesem nicht, das wird ihr klar.
Die Frau guckt zweifelnd und verdattert,
in ihrem Hirn es knirscht und rattert.
Er jagt fort einen Wesperich,
mit der Speisekart‘ vom Tisch.
Sie will’s nicht haben, will nur weg,
wie es ihm sagen, diesem Zeck?
Ihre Arme sind verschränket nun,
was kann sie denn jetzt nur noch tun?
Sie lacht und sagt ganz fröhlich dann:
„Ich geh‘ und such‘ mir einen Mann“.

Ramsau bei Berchtesgaden

Kaum noch Bayern sind zu sehen.
Wie soll das nur weiter gehen?
Die Kellner sind hier ziemlich fremd,
die Slowakei liegt voll im Trend.

Wo sind die Bayern hin verschwunden,
hier werden sie kaum mehr gefunden.
Nur Alte gibt’s an manchen Stellen,
vor allen an des Bieres Quellen.

Ausgestorben sind sie nur,
auf der Rotlist der Natur;
die Almen sind schon abgetrieben,
die Berge kann man trotzdem lieben.

die Jungen sind nach München weg,
einfach weg von diesem Fleck.
Sie sind dort, wo’s Arbeit hat,
in Dingolfing siewerden satt.

Wir lieben diese Landschaft weiter,
die Berge, Almen und sind heiter,
auf diesem schönen Gottesland,
mit der Natur aus erster Hand.