
3G
Gesundheit, Glück und Geld,
das brauchst du auf der Welt.
Trink froh dein täglich Brot;
denn bald schon kommt der Tod.

3G
Gesundheit, Glück und Geld,
das brauchst du auf der Welt.
Trink froh dein täglich Brot;
denn bald schon kommt der Tod.

Der Fischer und das Glück
Der Nebel auf dem Meer ist dicht,
doch Angst, die kennt ein Fischer nicht.
Er findet meist nach Haus zurück.
Falls nicht, dann hatte er kein Glück.





Die Mücke
Professor Lobrecht geht zur Ruh‘,
deckt sich, behaglich lächelnd, zu,doch als er sanft die Augen schließt,
ein feines Summen ihn verdrießt.
Es kommt ihm immer lauter vor,
ist nun direkt an seinem Ohr,
er fragt sich bang: „Was kann das sein?“
Da tritt urplötzlich Stille ein.
Ganz ruhig ist es, des Schlafes Arm
umfängt Professor Lobrecht warm.
Er atmet tief und träumt fast schon,
da hört er wieder diesen Ton.
Es summt und surrt und singt und schwirrt,
der Herr Professor ist verwirrt.
Er lauscht gespannt und wundert sich,
da fühlt er einen feinen Stich.
„Ein Mückenvieh“, durchfährt es ihn,
sein Schlafbedürfnis ist dahin.
Er macht sich Licht, damit er sieht,
da sticht es ihn ins Augenlid.
Sein rechtes Auge schmerzt und schwillt,
jetzt wird der Herr Professor wild.
Er schlägt darauf und trifft genau:
Sein Augenlid wird grün und blau.
Die Mücke traf er leider nicht,
ruhig summt sie um das Nachttischlicht.
Professor Lobrecht starrt sie an
und macht zur Jagd sich einen Plan.
Springt aus dem Bett im Schlafgewand,
nimmt den Pantoffel in die Hand,
er hebt ihn hoch, schlägt zu, es klirrt,
die Mücke jetzt im Dunklen schwirrt.
Erschrocken ist der arme Mann
und macht die große Lampe an,
da tritt sein linker Fuß fürbass
hinein ins Nachttischlampenglas.
Schon fließt der erste Tropfen Blut,
den Herrn Professor packt die Wut,
er flucht vor Schmerz, die Lippe bebt:
„Jetzt, Untier, hast Du ausgelebt.“
Die Mücke unterdessen fand
ein ruhiges Plätzchen an der Wand,
dort ist es sicher, hell und warm
und viel zu hoch für Lobrechts Arm.
„Das nützt Dir nichts“, ruft Lobrecht laut,
und eh man sich noch recht verschaut,
schlurft er mit schmerzbetäubtem Sinn
leicht humpelnd zur Kommode hin.
Nun schiebt er sie, er ächzt und schwitzt,
zur Wand, dort, wo die Mücke sitzt.
Sein Zorn kennt keinen Weg zurück,
er klettert auf das Möbelstück.
Schon ist er oben, hebt den Schuh,
gleich schlägt der Herr Professor zu.
Er flüstert: „Mir entgehst du nicht“,
da kommt er aus dem Gleichgewicht.
Das Weitere erzählt sich leicht:
Der Schlag die Mücke nie erreicht,
Professor Lobrecht schwankt und fällt,
da gibt es nichts mehr, was ihn hält.
Es fällt der Mann, es fällt der Schuh,
und die Kommode kippt dazu.
Am Boden liegen alle Drei:
Da summt die Mücke leis‘ herbei.
Sie schaut sich die Zerstörung an
und denkt: „Nun seht nur diesen Mann.
Dort liegt er, stöhnt und jammert sehr,
doch gab ein Tröpfchen Blut nicht her.“

Mehr Bilder von Nadia Baumgart:

Des Huhnes Problem
Auf einem alten Odelfass
saß ein Huhn und wurde nass,
denn es schüttete gar sehr.
Der Regen nahm kein Ende mehr.
„Was soll ich tun?“, das Huhn sich fragt.
Zitternd es sein Los beklagt.
„Im Hühnerstall, da wär es schön.
Ich brauchte nur hineinzugeh‘n.
Doch dort ist der geile Hahn,
den ich nicht ertragen kann“.
Das Huhn blieb sorgend auf dem Fleck.
Die dunklen Wolken zogen weg
und warme Sonne kam heraus.
Schon war des Huhnes Sorge aus.
Ein Mann steht an der Lidl-Kasse.
Der Schnaps dort, der ist spitzenklasse.
Er trinkt ihn aus der Schnabeltasse.
Und alles zahlt die Krankenkasse.

Sein Konto ist leer:
Das Herz wird ihm schwer.
Die Frau, sie ist fort.
Jetzt denkt er an Mord.
Er schreibt ein Gedicht-
So schlimm ist es nicht.

Kaum jemand kennt den Gänsesäger,
denn Gänse sägen kann nicht jeder.
Sein Schnabel ist gesägt und spitz,
und Fische frisst er – ohne Witz.
Der Schnabel vorn nach unten geht,
was beim Hinschaun man versteht.
Des Weibchens Schopf ist bräunlich-wild,
wie man es sieht auf manchem Bild.
Das Männchen schwimmt in stolzer Pracht:
Kopf, Rücken, schwarz – so wie die Nacht.
Unten weiß, ganz wie ein Schwan,
wir mögen dich, du Sägemann.

Gar manche sind sehr hochgelehrt,
doch ihr Gehirn ist ausgeleert.
Ansonsten sind sie unversehrt.
So leben sie recht unbeschwert.

Lasst uns solidarisch sein
und im eignen Heim erfreun.
Draußen ist es kalt und nass –
zu Hause macht das Leben Spaß.
Immerfort die Heizung brummt,
wenn man will, zu jeder Stund.
Essen gibt es nur “to go”,
das macht alle Menschen froh.
Die Politik für jeden sorgt:
Dem Gastwirt wird viel Geld geborgt.
Reicht es nicht, hat er „gelost“.
Das erzeugt bei manchem Frust.
Erlaubt ist alles ohne Lust.
Das Volk säugt an der Mutterbrust.
Wie dem auch sei – es geht vorbei.
Und der Bayer sagt: „Ja mei.“
Lasst uns solidarisch sein
und uns an dem Leben freun.
