Es saß ein Frosch auf einem Stein,
dann sprang er in das Wasser rein.
Nun schwamm er in den Fluten
für dreieinhalb Minuten.
Dann saß er wieder auf dem Stein.
Wie schön wär‘ es, ein Frosch zu sein!
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Die alte Mauer
Auf einer alten Mauer,
wo ich vor Jahren saß,
sitz‘ ich auch heut‘ voll Schauer
neben verdorrtem Gras.
Die Farben längst verschwunden,
alles bleich, feucht und schwer,
Visionen leichter Stunden,
wo kommen sie nur her?
Die Lieder längst verhallten,
manch liebe Stimme auch,
aus dunklen Mauerspalten
dringt modrig-dumpfer Hauch.
Er steigt, die Erde fliehend,
denn seine Zeit ist knapp,
und fällt, als Nebel ziehend,
dann matt und leer herab.
Einzelne Blätter fallen,
verbraucht und welk und braun,
es ist das Los von allen,
ich wag‘ nicht hinzuschau‘n.
Wie viele mussten sühnen
ein Leben lang, voll Schmach,
und mancher ward beschienen
vom Glück – auch er zerbrach.
Ein kühler Wind erhebt sich,
und ich sitz‘ hier –allein.
Bitterkeit überfällt mich,
der Abend bricht herein.
Dort bei der alten Mauer,
wo er vor Jahren saß,
ja, sieh nur hin, genauer:
Über ihm wächst schon Gras.
Das Klassentreffen
Sie sahen sich nach vielen Jahren.
Freudig hatten sie erfahren,
dass die alte Klasse sich
treffen wollte.
Fürchterlich
eng war es in dem Lokal.
Leicht geschrumpft war ihre Zahl
-im Gegensatz zu manchem Bauch.
Die alte Lehrerin kam auch.
Sie tranken Bier, sie tranken Wein,
es klopfte: Stimmung kam herein
und sprach: „Ich bitte, seid nicht gram,
ich fand den Weg nicht“-
wundersam
bestaunte man die traute Runde
und vernahm die frohe Kunde,
wenn gleich auch aus fremdem Munde
(und zu reichlich später Stunde),
dass man noch der kerngesunde
alte Kerl von früher sei.
Nach Hause ging man um halb zwei.
Der Stier
Es war einmal ein junger Stier,
der stierte voller Liebesgier
auf eine schöne, bunte Kuh.
Sie blinzelte ihm freundlich zu,
so dachte er in seinem Wahn,
bis er sich umgewandt und dann
den großen, alten Bullen sah,
gleich hinter sich, gefährlich nah.
Es war der Mann der schönen Kuh,
-der junge Stier verschwand im Nu.
Rückblick aus dem Altersheim
Früher war alles viel besser,
das Essen, das Leben, der Krieg.
Wie plätscherten klar die Gewässer,
und stolz kämpfte man für den Sieg.
Man floh noch des Schullehrers Rute
und träumte so froh in der Not;
die Schurken bekamen die Knute,
man ehrte, weil hungrig, das Brot.
Man achtete noch die Gesetze
und diente stets treu und loyal,
verschloss seine Ohren der Hetze
von links, wie’s der Führer befahl.
Und dann ging es hart an das Aufbau’n,
fest nahm man die Schippe zur Hand;
mit ihr könnte heute man draufhau’n,
sieht man das Gesindel im Land.
Im Kopf haben sie hohle Flausen,
sind rot oder grün nebenbei;
zu zwölft sie in Bruchbuden hausen,
sie stinken, sind dreckig und frei.
Und dann erst die ganzen Kanaken,
der farbige Abschaum im Land,
man sollte am Kragen sie packen,
dann stellen wir sie an die Wand.
Wenn Krieg kommt, so muss es ihn geben,
wir werden ihn schon übersteh’n;
die Kinder, falls sie es erleben,
sie werden nach hinten dann seh’n;
denn:
Früher war alles viel besser,
das Essen das Leben, der Krieg.
Wie plätscherten klar die Gewässer,
und stolz kämpfte man für den Sieg.
Lobrecht im Zoo
Professor Lobrecht ging spazieren
zu den Tieren in dem Zoo,
und das, was er dort erlebte,
machte ihn vergnügt und froh.
Er fand einen leeren Käfig,
Schlüssel steckte, stieg hinein,
setzte sich, denn er war müde,
schloss die Augen und schlief ein.
Als er später dann erwachte,
sah er viele Leute gaffen,
amüsierte sich ganz köstlich
mit den Augen eines Affen.

Da kann man nichts machen
Der Mensch frisst sich voll
wenn er kann.
Er frisst den anderen etwas weg.
Aber das will er natürlich nicht.
Das ist halt so.
Da kann man nichts machen.
Der Mensch säuft sich voll
wenn er kann.
Er säuft den anderen etwas weg.
Aber das will er natürlich nicht.
Das ist halt so.
Da kann man nichts machen.
Der Mensch fickt mit anderen Menschen herum
wenn er kann.
Er nimmt die Menschen den anderen weg.
Aber das will er natürlich nicht.
Das ist halt so.
Da kann man nichts machen.
Der Mensch schießt andere Menschen tot
wenn er kann.
Er nimmt die Menschen den anderen weg.
Aber das will er natürlich nicht.
Das ist halt so.
Da kann man nichts machen.
Der Mensch verleugnet sein eigenes Ich
wenn er kann.
Er nimmt das Ich sich selber weg.
Aber das will er natürlich nicht.
Das ist halt so.
Da kann man nichts machen.
Drei Limericks
Nach langem und gründlichem Wählen
tat sich Bauer Toni vermählen.
Die liebliche Frau
ist hübsch und auch schlau
nur kann sie Kartoffeln nicht schälen.
Im Isartal liegt ohne Hose
so manches Pärchen im Moose.
Man lernt dort zu zwein
Physik und Latein
und trinkt dabei Bier aus der Dose.
Es gab eine Ehe in Stade
die war schon verbraucht und auch fade.
Der Mann dann entwich,
indem er verblich.
Die Frau fand das blöd, doch nicht schade.
Ein wirklich ausgefallenes Haar
Ein junges, zartes Menschenhaar
Dem Kopfe ferngeblieben war.
Mochte nicht mehr luftig wallen,
war buchstäblich ausgefallen,
schwamm mit Lust und ohne Mühe
mit den Nudeln in der Brühe.
Dem Kopfe war dies völlig schnuppe:
Ein Haar ist immer in der Suppe.