Herbert

Ohne eine müde Mark
kam der Herbert in die Stadt.
Das Landleben hatte er satt.
Er war dumm, aber ziemlich stark.

Jahre vergingen, und Herbert wurde reich.
Er war Ehemann und Direktor zugleich,
doch hatte er alles satt bis ins Mark.
Dumm war er immer noch, aber nicht mehr so stark.

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Rückblick aus dem Altersheim

Früher war alles viel besser,
das Essen, das Leben, der Krieg.
Wie plätscherten klar die Gewässer,
und stolz kämpfte man für den Sieg.
Man floh noch des Schullehrers Rute
und träumte so froh in der Not;
die Schurken bekamen die Knute,
man ehrte, weil hungrig, das Brot.
Man achtete noch die Gesetze
und diente stets treu und loyal,
verschloss seine Ohren der Hetze
von links, wie’s der Führer befahl.
Und dann ging es hart an das Aufbau’n,
fest nahm man die Schippe zur Hand;
mit ihr könnte heute man draufhau’n,
sieht man das Gesindel im Land.
Im Kopf haben sie hohle Flausen,
sind rot oder grün nebenbei;
zu zwölft sie in Bruchbuden hausen,
sie stinken, sind dreckig und frei.
Und dann erst die ganzen Kanaken,
der farbige Abschaum im Land,
man sollte am Kragen sie packen,
dann stellen wir sie an die Wand.
Wenn Krieg kommt, so muss es ihn geben,
wir werden ihn schon übersteh’n;
die Kinder, falls sie es erleben,
sie werden nach hinten dann seh’n;
denn:
Früher war alles viel besser,
das Essen das Leben, der Krieg.
Wie plätscherten klar die Gewässer,
und stolz kämpfte man für den Sieg.