Die Scheidung

Scheidungen in diesem Land

sind den Menschen wohlbekannt.

Hält die Ehe dreizehn Jahr,

ist es schon ganz wunderbar.

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Mancher Mann an diesem Ort

Läuft nach einem Jahre fort.

Auch bei Frauen ist es gleich;

flüchten aus dem Ehereich.

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Daher denke ich mir sehr:

Niemand braucht die Ehe mehr.

Warum muss die Hochzeit sein?

Ist es besser nicht allein?

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Ich verleb´ ein Single-Jahr;

ach, ist das nicht wunderbar!

Kommt die Neue, ist es klar:

Ich sag´ wieder gerne „Ja“.

#gedichte

Plötzlich und unerwartet

Den Vulkan, man sieht ihn schon

mit einer großen Eruption.

Die Menschen haben keine Bang,

man kennt ja den Vulkan schon lang.

Doch plötzlich fliegt der Deckel fort,

und ganz verschwunden ist der Ort.

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Das Feinschmecker-Krokodil

Illustrierte Gedichte

Ein Krokodil am Ufer saß.
Da wurden die Touristen blass.
Ob es uns vielleicht fressen will?
Nein, sprach der Chef. Das Tier hat Stil.

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#gedichte

Das Gute kommt von oben

Gute Gedichte von Berndt Baumgart
Das Gute kommt von oben

Beim Regen wird die Erde nass.

Die Kinder haben ihren Spaß,

die Älteren nicht minder;

denn sie sind auch nur Kinder.

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Wenn dann die Sonne wieder scheint,

dann sind sie alle ganz vereint.

Das Wetter sie gern loben,

es kommt ja von ganz oben.

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Denn was von oben kommt, ist gut.

Die Alten hatten es im Blut.

Der Kaiser führt uns prächtig;

denn er ist klug und mächtig.

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#gedichte

Heimatgedanken

Heimatgedanken

Zugereist und zugezogen,

mancher hat uns angelogen;

sprach, seine Heimat wäre hier,

In Wirklichkeit kam er aus Trier.

Eigentlich ist das nicht wichtig.

Allerorten ist man richtig!

Der Mensch lebt hier und manchmal dort,

oder an einem andren Ort.

Das Erdenrund ist grenzenlos.

Wir leben in der Mutter Schoß,

und mit der Heimattümelei,

ist es, gottlob, schon lang vorbei.

Langsam sind wir klug geworden.

Glauben nicht den Menschenworten.

Egal, ob klug, ob schön, ob fett;

am wichtigsten ist: Sie sind nett.

#gedichte

Der Soldat

Gedichte

Der Soldat

Der Wind durchs alte Kloster weht.

Die Mauern atmen graue Zeit.

Die Nacht bricht an, es ist schon spät.

Bis in die Heimat ist es weit.

„Was tu ich hier?“  frag ich mich leis.

Muss folgen einem Dummbefehl.

Wer ihn geschrieben, niemand weiß.

Ich soll verraten meine Seel‘.

Und als ich dachte, kam ein Schuss,

der mich verfehlte, welch ein Glück.

Ich wachte auf, nun kommt der Schluss:

Der Krieg ist aus. Ich komm zurück.

#gedichte #frieden