Der richtige Weg

Der Krieg jetzt vor der Haustür steht.

Ist es für Frieden schon zu spät?

Wer will denn für die Heimat sterben?

Die Kriegeslust von früher erben?

Der Pazifist zu Hause sitzt,

bis ihn des Mörders Klinge ritzt.

Das Militär mit dem Gewehr

stirbt auf dem Schlachtfeld, das ist schwer.

Was sollten wir am besten tun?

Voll Angst in unsrem Lande ruhn?

Kann der Diplomat vermitteln?

Schmeichelnd und mit Ehrentiteln?

Doch niemand weiß den Königsweg.

Wir stehen schwankend auf dem Steg.

Fragen: „Was ist Gottes Wille?“

Und verharren in der Stille.

Der Spatz

Der Spatz im Frühlingssonnenschein

hüpft munter in den Tag hinein.

Er pickt nach allem, was er mag,

verbringt so jeden Sonnentag.

Anders lebt der Spatz bei Regen:

Fliegen kommen ihm entgegen.

Alles Zufall?

Auf einem Baume saßen wir

und dachten, wozu sind wir hier?

Kann unser Leben Zufall sein?

Ich dachte ja, sie sagte nein.

Noch lange saßen wir zu zweit,

und dann kam die Schlafenszeit.

Spätsommer

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Des späten Sommers leichte Wärme
ist eine Zeit, von der ich schwärme.
Die Schwalben sind schon weg geflogen,
im Urinstinkt nach Süden zogen.
Die Mücken spielen in den Lüften,
wir laben uns an Kräuterdüften.
Noch viele Jahre will ich leben,
ach möge Gott mir diese geben!

Welt und Menschen

Die Welt ist groß, die Welt ist weit.
Die Menschen haben keine Zeit.
Sie rennen hin, sie rennen her,
als ob das alles wichtig wär.
Sie hau’n sich auf die Köpfe drauf,
am Ende sterben sie zuhauf.
Die Welt ist weit, die Welt ist groß.
Der Mensch ruht in der Erden Schoß.

#gedichte

Der eingebildete Alte

Biete mich zum Tausche an.

Bin ein weißer, schöner Mann.

Sehr berühmt, ein Mann von Welt.

Hab‘ Manieren und viel Geld.

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Leider wollen wir dich nicht,

so das Gegenüber spricht.

Besser wäre eine Frau,

etwas braun, so wie Kakao.

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Ach, geht es nur um den Leib –

Der Chirurg macht mich zum Weib.

Sonnenstudio macht mich braun,

bin ich nicht schön anzuschaun?

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#gedichte

Das Gute kommt von oben

Gute Gedichte von Berndt Baumgart
Das Gute kommt von oben

Beim Regen wird die Erde nass.

Die Kinder haben ihren Spaß,

die Älteren nicht minder;

denn sie sind auch nur Kinder.

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Wenn dann die Sonne wieder scheint,

dann sind sie alle ganz vereint.

Das Wetter sie gern loben,

es kommt ja von ganz oben.

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Denn was von oben kommt, ist gut.

Die Alten hatten es im Blut.

Der Kaiser führt uns prächtig;

denn er ist klug und mächtig.

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#gedichte

Ewiger Frühling

Frühlingsgedicht von Berndt Baumgart

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Im Frühling blühen die Bäume.

Es kommen die Frühlingsträume.

Menschen sind fröhlich und singen.

Dem Herrgott ein Danklied bringen.

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Vergessen ist Winters Kühle.

Noch fern ist des Sommers Schwüle.

Zwischen Extremen die Tage

sind heilsam, ganz ohne Frage.

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Lasst uns genießen die Stunden,

langsam die Wärme erkunden,

ach, alles sollte so bleiben;

nur Schönes würde ich schreiben.

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#gedichte

Der Albtraum

Der Albtraum

Es wird alles immer schwerer.

Böse kommen ständig näher.

Ich laufe, und ich falle hin;

das alles gibt gar keinen Sinn.

Der Schweiß bricht aus, ich fürchte mich:

O Gott, es ist so fürchterlich.

Der Tod ist nah, o weh, o weh,

den Lebenslauf ich vor mir seh‘.

Bei lautem Schreien werd‘ ich wach –

Welch Glück, es ist ein neuer Tag.

#gedichte