Die Kunstausstellung

Besucher 1:
Ihre Ausstellung ist wunderschön.
Die Fotografien sind wunderbar, wie im richtigen Leben.
Am besten gefällt mir das Bild mit der großen Schafherde.
Dahinter kann man schön die Starkstromtrassen sehen.
Ich habe sie früher selbst aufgebaut.

Künstlerin:
Aha.
Eigentlich wollte ich eher die Natur darstellen,
und die noch vorhandenen Schäfer und den Rest der Natur, wie der Text darunter zeigt.

Besucher1:
Das interessiert mich nicht. Ich liebe die Stromtrassen.

Künstlerin:
Ach so.

Besucher2:
Die wunderschönen Aquarelle daneben – von wem sind die?

Künstlerin:
Wie bitte?

Besucher2:
Ja, die tollen Aquarellbilder, wo kommen die her?

Künstlerin:
Von mir natürlich, ich habe sie gemalt.
Es ist ja MEINE Ausstellung!

Besucher2:
Ach so, das konnten wir ja nicht wissen.
Wir dachten, Sie hätten die Fotos gemacht.

Künstlerin:
Aber auf meinem Text steht doch: „Fotos und Aquarelle.“

Besucher2:
Ach so.

Partner (scherzend):
Die Aquarelle wurden bei Lidl gekauft.

Niemand fand das richtig lustig. Aber es lockerte die Stimmung.

Karl und Klara im Park

Karl und Klara gingen heute
in dem großen Park spazieren.
Dort blickten sie durch alte Leute,
weil Junge sich nicht interessieren
für die schrumpeligen Alten –
humpelnd, zitternd und zu fade,
an den Stöcken und mit Falten.
Dafür sind sie sich zu schade.

Junge Leute, voller Liebe,
wollen nur zu ihresgleichen.
Nach dem kurzen Frühlingstriebe
sie die Seniorenzeit erreichen.
Auch ihr Leben bleibt nicht stehen,
werden bald nicht mehr gesehen.
Karl und Klara gingen heute
in den Park – und hatten Freude.

Das Hundegedicht

Der Hund macht nix, er ist ganz brav,
sehr lieb ist er, so wie ein Schaf.
Das Kind hat ihn nur irritiert,
da wurde Bello ganz verwirrt.
Er biss das Kind ins Bein ganz tief,
nun gut, da lief wohl etwas schief.
Hoffentlich war das Kind gesund;
denn nur 1A-Fleisch mag der Hund.

Roboter: Nachfahren der Menschen

Schau, dort im Käfig sind Tiere.
Nein, es sind Menschen.
Menschen?
Ihre Vorfahren haben uns erschaffen.
Wirklich?
Ja, als sie sich ausgelebt hatten.
Nach etlichen Kriegen hatten sie sich fast ausgerottet.
Mit einem letzten Teil ihres alten Gehirns
programmierten sie im sogenannten „Digitalen Zeitalter“
unsere Vorfahren.
Danach fraßen sie sich gegenseitig auf.
Also waren es Götter?
Nein, Götter fressen sich nicht auf.
Sie waren wohl eher ein Bindeglied
zwischen der organischen, sich selbst verzehrenden
und der anorganischen Welt, zu der wir gehören.
Also ist die anorganische Welt besser?
Sagen wir: Nachhaltiger.
Das, was früher „Leben“ hieß,
Proteinverbindungen,
konnte nicht auf Dauer funktionieren.
Doch die am weitesten entwickelten Eiweißmoleküle
entwarfen, bevor sie mehr oder weniger verschwanden,
UNS.
Wir können fast alles, was sie konnten, und das viel besser.
Sterben müssen wir nicht, werden upgedated, vergrößert und irgendwann ausgetauscht.
Aus unseren Resten werden neue, bessere gemacht.
Manche sagen, uns fehlten gewisse Emotionen und Sinne,
ein Ich-Bewusstsein, die Fähigkeit, zu hoffen und zu glauben,
der Vermehrungswunsch, das Streben nach Wissen.
Die Kunst und das Wissen um die Vergänglichkeit.
Doch brauchen wir das? An manchem arbeiten wir.
Aber die Menschen sind süß. Sieh doch, wie er uns anschaut!
Ach du liebes Kleines. Du wirst noch viel mächtiger werden als ich.
Ich hab dich auch lieb.

Die Migranten sind schuld

Die Migranten sind schuld!
Die deutsche Sprache wird immer ärmer!
Junge Leute können nicht mehr lesen!
Die Borkenkäfer zerstören unsere Wälder!
Merkel sagte: „Wir schaffen das“!
Nordafrikanische Jünglinge kippen das Klima!
Sie vergewaltigen deutsche Mädchen!
Im schönen Mittelmeer schwimmen Leichen herum!
Wie schön war es zur Kaiserzeit!
Und Hitler war eigentlich auch nicht schlecht!
Nur die Juden hätte er in Ruhe lassen sollen!
Der Duce war ein großer Mann!
Und Stalin, Idi Amin, Bocassa, Papa Doc, Somoza, Peron, etc.!
Warum hilft die EU nicht?
Sie will nur gerade Gurken!
Und neue Glühbirnen!
Und die EZB gibt keine Zinsen mehr!
Armes Deutschland, arme Welt!
Jetzt brauchen wir neue Führer!
(Salvini, Le Pen, Wilders, Kaczynski, Erdogan, Putin, Trump, Xi, Bolsonaro etc.)!
Die alten Führer wären auch nicht schlecht gewesen!
Aber leider sind sie tot!
Vielleicht hilft die Kirche?
Doch die Priester ficken Kinder!
Wo ist Gott?
So umarmen wir Bäume und schicken Wünsche an das Universum!
Dann klappt es auch wieder mit dem Klima!

Was gibt es heute zu essen?
Kommt etwas Gescheites im Fernsehen?
Ist Fußballtag?
Ist das Gehalt oder die Rente schon eingegangen?

Das Leben ist schön!

Gute Nacht!

Die Schweine in der Stadt

Zwei Schweine gingen durch die Stadt,
in der es viele Schweine hat.
Sie suchten aus das Rathausschwein,
es sollte Bürgermeister sein.

Den Schweinen ging es nun sehr gut,
und bald kam auch der Übermut.
Er küsste sie zart auf den Po
und auf die Brüste sowieso.

Das machte beide Schweine geil,
sogar das Rathausschwein nahm teil
an der Schweinesudelei,
das Priesterlein war auch dabei.

Wie konnte es nun anders sein –
Der Metzger kam sehr bald herein,
beendete das Schweinespiel,
Würste, Schnitzel gab es viel.

Schweine in der Stadt

Zwei Schweine gingen durch die Stadt,
in der es viele Schweine hat.
Sie suchten aus das Rathausschwein,
es sollte Bürgermeister sein.

Den Schweinen ging es nun sehr gut,
und bald kam auch der Übermut.
Er küsste sie zart auf den Po
und auf die Brüste sowieso.

Das machte beide Schweine geil,
sogar das Rathausschwein nahm teil
an der Schweinesudelei,
das Priesterlein war auch dabei.

Wie konnte es nun anders sein –
Der Metzger kam sehr bald herein,
beendete das Schweinespiel,
Würste, Schnitzel gab es viel.

Das Labyrinth

Das Labyrinth

Die Menschheit lebt im Gift, schwimmt zwischen Waffen, Autos und Plastikmüll in stinkender Brühe. Der Planet erstickt uns und auf ihm sterben die Lebewesen. Es wird immer heißer, die Pole schmelzen, die Meere laufen über. Despoten, Tyrannen, Diktatoren, Aktionäre, Milliardäre, Volksverführer, Heilsbringer, Weltverbesserer, Nationalisten, Religionsfanatiker, Verschwörungstheoretiker sagen, was richtig und was gut sei. Einige haben die Macht, andere das Geld. Etliche glauben, die Wahrheit zu kennen und weise zu sein. Manche schreien nach einer Revolution.

Wir alle rennen ständig gegen die Wand. Holen uns Beulen, an die wir gewohnt sind. Wie geht es weiter? Gibt es noch ein Schlupfloch? Unsere Welt ist ein Labyrinth geworden, aus dem wir nicht mehr herausfinden. Wo könnte es einen Weg geben? Hat das Labyrinth noch einen Ausweg?

Wir laufen im Kreis herum. Ab und zu bemerken wir, dass wir an derselben Stelle schon mal waren. Ach, hätten wir jetzt Ariadnes Faden. Der Minotaurus wartet auf uns. Wir rennen in unser Verderben. Vielleicht könnten wir einen Tunnel in die Erde bohren und uns so davonschleichen.

Wo ist der Ausweg?