Kindererziehung in der Bahn

Das Kind blickt trotzig, zornig, wollend,
die Mutter hält es sanft zurück.
Nun tritt es noch, die Augen rollend,
rutscht gar von ihrem Schoß ein Stück.
Doch sieh‘ nur an, was jetzt geschieht,
wie sie das wilde Ding erzieht:
Ein Mutterwort ins Ohr hinein
-schon strahlt das Kind wie Sonnenschein.

Stimmungen

Man lebt halt so, von Tag zu Tag
und fragt sich, was man wirklich mag;
sitzt in Gedanken, schwer und still,
denkt: „Ist es dieses, das ich will?
Oder was andres, oder auch
vielleicht nur einen vollen Bauch?“
Und wie man sitzt, und wie man denkt,
wird einem Lebenskraft geschenkt.
Sie kommt ganz einfach, weiß nicht, wie,
ist plötzlich da – jetzt spürt man sie,
steht auf und reckt sich das Gebein:
„Wie schön kann doch das Leben sein.“

Die Henne und das Ei

Unten auf der Hühnerleiter
steht ein Huhn und kommt nicht weiter.
Gerne möchte es hinan,
Eierlegen ist sein Plan;
doch fehlen, und dies macht verdrossen,
der Leiter fast schon alle Sprossen.
Nun sinnt das Huhn, fällt es auch schwer,
(denn denken kann es nicht so sehr),
wie es zum Nest sich hochbewegen
wohl könnte, um sein Ei zu legen.
Es schwingt die Flügel, flattert, gackert,
-schon kommt das Ei – umsonst gerackert.

 

Das Mondgedicht

Am Himmel oben zieht er
gemächlich seine Bahn;
aus seiner Höhe sieht er
die Erde staunend an
und denkt: „Von all den Affen,
die sich gezeigt auf ihr,
ward nicht so viel geschaffen
wie von dem Menschentier,
das in den paar Sekunden,
die es auf Erden rennt,
sehr viel herausgefunden
und doch so wenig kennt.
Wie ist die Menschenmasse
so klug und doch so dumm.
Bald bringt sich diese Rasse
wahrscheinlich selber um.“

Dies denkt der Mond und weiter
hellt er in seinem Lauf
als stiller Wegbegleiter
die Nacht der Erde auf.