Der Frühling wartet

Gedicht von Berndt Baumgart

Der Frühling wartet

Und leise schwebt der Winternebel.

Der Frost sitzt schon am langen Hebel.

Bald kommen kurze, dunkle Tage,

für viele eine schlimme Plage.

Das Frühlingskind sitzt in der Ecke,

versteckt sich in der alten Hecke.

Doch in drei Monaten es schreit:

„Fort, alter Winter, es wird Zeit.“

#gedichte

Das Welt-Sonett: (negativ und positiv)

Du schöne Erde, dein Los macht mir Sorgen,
Aus deinem Schoße schönste Dinge sprossen;
Die haben wir schon viel zu lang genossen.
Ich fürchte manchmal, dass es gibt kein Morgen.

Und dabei wäre alles nicht so schwierig:
Es müssten schweigen einfach alle Waffen,
Gerettet würden Vögel, Fische, Affen.
Die Menschheit will den Frieden ganz begierig.

Variante 1 (negativ)

Was nützen all die Klimaschutzabkommen,
Wenn die Tyrannen foltern und auch morden,
Gewehre schwingen graus’ge Kinderhorden?

Das Gift die Länder schwängert bis zum Tode,
Der Erdenleib verwelkt und wird marode;
Doch viele haben das noch nicht vernommen.

Variante 2 (positiv)

O, lasst die Kugeln in den Waffenrohren,
Zerstört das Gift und lasst die Meere leben.
Wir sollten doch das Gute weitergeben.

Bewahrt die Erde für die Kindeskinder,
Und auch die Tiere danken es nicht minder-
Dann ist die Welt noch nicht so ganz verloren.

Variante 3 (irgendwo dazwischen)?

Der unbekannte Ort

Zwei Menschen fahr’n ein großes Stück,
wollen die Welt verstehen.
Nach Jahren kommen sie zurück
und haben viel gesehen.

Sie zeigen ihre Fotos her,
doch niemand will sie schauen.
Auch ihr Buch ist viel zu schwer,
nicht einfach zu verdauen.

So fahren sie denn wieder fort,
hören auf zu fluchen;
finden den unbekannten Ort,
den viele ewig suchen.