Das Reisen

Wir sind klug und wir sind weise,

der Herrgott schickt uns auf die Reise.

Mancher reist in weite Fernen

und schaut zu des Südens Sternen.

Andere zu Hause bleiben,

die Nase an der Scheibe reiben.

Einige fahr‘n kurze Strecken,

schau‘n nur über Heimathecken.

Doch mit dem Sparticket zu reisen,

das gefällt nicht mal uns Weisen.

So reisen wir das ganze Leben,

solange uns die Zeit gegeben.

Und wenn einst die Reise endet,

ist unser kleines Los vollendet.

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Vögel im Sommer

Es ist schwül, die Luft ist warm;
da kommt ein großer Vogelschwarm.
Er verdeckt das Sonnenhell,
das geht alles blitzeschnell.
Schon scheint die Sonne wie vorher.
Ich fliege mit dem Vogelheer.

Zwischen Schweigen und Hoffen

Der eine weint, der andre schmollt.
Sie haben“s beide nicht gewollt.
Die Welt verliert ihr Gleichgewicht.
Man spürt es, aber sagt es nicht.

Gerechtigkeit ging leis davon,
verlor sich hinter Stahlbeton.
Wir fragen leis: Wo führt das hin?
Und suchen weiter nach dem Sinn.

Wir stolpern durch das Jetzt mit Scheu.
Es ist uns gar nicht wohl dabei.
Kein Jammern hilft, kein lauter Schrei.
Die Hoffnung bleibt. Ganz heimlich.
Frei.

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Der Wind des Lebens

Der Wind pfeift um den Hochhauskasten,
die Menschen eilen sich und hasten,
als ob’s der Sinn des Lebens sei.
Ein jeder Tag geht so vorbei.
Doch irgendwann tritt Ruhe ein.
Der Mensch denkt nach: Musste das sein?

Friedensbitte

Das Maß ist voll, das Leid ist groß.

Was ist nur auf dem Erdball los?

Wann wird denn endlich Frieden sein,

wo Menschen sich des Lebens freun?

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Die Zeichen stehen nicht so gut.

Der Krieg in Schützengräben ruht.

Ein schwerer Panzer explodiert.

Der Mütter Leid zu Tränen rührt.

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Die weiße Friedenstaube stirbt.

Trump’s Austernfrühstück schnell verdirbt.

In Gaza sterben Kinderlein.

Wer mag sich da des Lebens freun?

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Wir hoffen weiter, Tag für Tag.

Es sich zum Bess´ren wenden mag.

Den Frieden gib uns, lieber Gott.

Es sind schon viel zu viele tot.

#gedichte #frieden

Die Scheidung

Scheidungen in diesem Land

sind den Menschen wohlbekannt.

Hält die Ehe dreizehn Jahr,

ist es schon ganz wunderbar.

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Mancher Mann an diesem Ort

Läuft nach einem Jahre fort.

Auch bei Frauen ist es gleich;

flüchten aus dem Ehereich.

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Daher denke ich mir sehr:

Niemand braucht die Ehe mehr.

Warum muss die Hochzeit sein?

Ist es besser nicht allein?

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Ich verleb´ ein Single-Jahr;

ach, ist das nicht wunderbar!

Kommt die Neue, ist es klar:

Ich sag´ wieder gerne „Ja“.

#gedichte