Fritz und Renate

Fritz liegt auf dem Kanapee,
will gemächlich ruhen.
Seine nervende Renate
findet blöd das und auch fade.
Sie will lieber shoppen gehen,
ratschen, andre Menschen sehen.
Er will seine Ruhe haben,
in dem Pfuhle sich vergraben.
Da beginnt ihr Zorngeschrei;
mit der Ruhe ist’s vorbei.
Fritze sagt mit schlauem Blinken:
„Erst geh’n wir shoppen und dann trinken.“

Nachtgedanken

Rassismus, Dummheit, Angstgedanken
bringen unser Land zum Schwanken.
Wo sollen wir die Lösung suchen?
In dem großen Wohlstandskuchen?
In der Bildung, in der Liebe?
In dem Religionsgetriebe?
Bei den politischen Parteien,
die ihre laute Wahrheit schreien?
Auch aus des Seelendoktors Gründen
will man uns das Glück verkünden.
Vielleicht könnten wir schlicht beginnen,
bevor uns wird die Zeit verrinnen,
und den Erdball wir verlieren,
die Anderen zu respektieren.

Der Kohldampf

Sie sagte ihm ganz liebevoll,
dass er sie immer lieben soll.
Er hat sie nicht mal angeblickt,
war auf dem Stuhle eingenickt.
Das nahm sie ihm gar übel sehr,
und kochte ihm kein Essen mehr.
Die Beine blieben auch geschlossen,
das hat ihn dann noch mehr verdrossen.
Am Schluss dann, nach zwei Hungerwochen,
da kam er wieder angekrochen.
Er sprach: „Ich will dich immer lieben,
nur lass‘ mich nicht mehr Kohldampf schieben.“