Wahlkampf

Im Wahlkampf geht es feurig her,
wer hier denn nur der Beste wär.
Sie streiten sich, so ist es recht;
DIES ist sehr gut, und DAS ist schlecht.
DU weißt es nicht, doch ICH weiß, wie –
So lebt bei uns Demokratie.
Wir wählen gerne, dann und wann,
das ist es, was man machen kann.
Berlin, Europa, Kommunal,
viel Wahlen gibt es an der Zahl.
Am Ende ändert sich nicht viel –
Doch wir spielen gern dies Spiel!

Endloser Winter

Der Herbst war schön, das Wetter mild;
im Garten wurde noch gegrillt.
Die Menschen waren wirklich froh,
es war ja schon seit Jahren so.

Die weiße Weihnacht gab es nicht;
das ist auch nicht des Wetters Pflicht.
Wir wanderten im grauen Wald.
Das Herz war froh, die Füße kalt.

Dann kam ein rauer Januar;
gefroren war das Schnurrbarthaar.
Es fiel der Schnee, und immer mehr.
Eisregen macht das Leben schwer.

Die Sonne schien nur sehr gequält.
Vitamin D den Menschen fehlt.
Ach komme bitte, Frühlingszeit!
„Ich bin fast da, bald ist’s so weit!“

.

Spätherbstgedanken

In trübem Wetter leben wir,
doch manche sind ganz gerne hier.
Wir lieben jeden Sonnenstrahl,
der selten hier ist, allemal.
Träumen von der Sommerhitze,
lieben die Gewitterblitze.
Auch Frühlingswärme wäre schön;
jetzt ist Nebel nur zu sehn.
Es hilft kein Jammern und kein Schrein:
Wir müssen halt zufrieden sein.

Die Fledermaus

Bei Vollmond wird der Abend hell. 

Die Fledermäuse schwirren.

Lautlos für das Menschenohr 

kommen sie aus Mauern vor.

Die Beute sie verwirren –

und verschlucken sie dann schnell. 

Herbstbeginn

Ein Blatt tanzt in der klaren Luft,

aufgehängt am Spinnenfaden.

Die Herbsteszeit den Winter ruft.

Vorher kommen Nebelschwaden.

.

Schön ist sie dennoch, diese Zeit

mit den kühlen Sonnenstrahlen.

Jetzt kann der Herrgott weit und breit

jedes Blatt mit Gold bemalen.