Die Scheidung

Scheidungen in diesem Land

sind den Menschen wohlbekannt.

Hält die Ehe dreizehn Jahr,

ist es schon ganz wunderbar.

.

Mancher Mann an diesem Ort

Läuft nach einem Jahre fort.

Auch bei Frauen ist es gleich;

flüchten aus dem Ehereich.

.

Daher denke ich mir sehr:

Niemand braucht die Ehe mehr.

Warum muss die Hochzeit sein?

Ist es besser nicht allein?

.

Ich verleb´ ein Single-Jahr;

ach, ist das nicht wunderbar!

Kommt die Neue, ist es klar:

Ich sag´ wieder gerne „Ja“.

#gedichte

Der richtige Weg

Der Krieg jetzt vor der Haustür steht.

Ist es für Frieden schon zu spät?

Wer will denn für die Heimat sterben?

Die Kriegeslust von früher erben?

Der Pazifist zu Hause sitzt,

bis ihn des Mörders Klinge ritzt.

Das Militär mit dem Gewehr

stirbt auf dem Schlachtfeld, das ist schwer.

Was sollten wir am besten tun?

Voll Angst in unsrem Lande ruhn?

Kann der Diplomat vermitteln?

Schmeichelnd und mit Ehrentiteln?

Doch niemand weiß den Königsweg.

Wir stehen schwankend auf dem Steg.

Fragen: „Was ist Gottes Wille?“

Und verharren in der Stille.

Der Spatz

Der Spatz im Frühlingssonnenschein

hüpft munter in den Tag hinein.

Er pickt nach allem, was er mag,

verbringt so jeden Sonnentag.

Anders lebt der Spatz bei Regen:

Fliegen kommen ihm entgegen.

Der Ehrenbürger

Der Ehrenbürger

Er ist klug und auch sehr rund.

Trinkt nicht viel, ist recht gesund.

Hat im Dorfe viel getan,

manches kam auch ganz gut an.

.

Also sprach der große Rat:

„An dem Sepp wird nicht gespart.

Große Ehren kriegt er hier,

keine Steuer, freies Bier“.

.

Straße wird benannt nach ihm,

alle Leute grüßen ihn.

Er ist aller Ehren wert,

sitzt ganz vorn beim Kurkonzert.

.

So geht seine Zeit dahin.

Nette Bürger mögen ihn.

Andren ist er einerlei.

Und sein Grab ist kostenfrei.

Plötzlich und unerwartet

Den Vulkan, man sieht ihn schon

mit einer großen Eruption.

Die Menschen haben keine Bang,

man kennt ja den Vulkan schon lang.

Doch plötzlich fliegt der Deckel fort,

und ganz verschwunden ist der Ort.

.

Die liebe Familie

Ein Mensch kam spät am Abend heim.

Die Wohnung leer, er war allein.

Niemand ging ihm auf die Nerven,

wollte auf das Bett sich werfen.

.

Doch plötzlich ging die Türe auf,

es kamen rein in schnellem Lauf

alle von der Großfamilie,

ach, es waren wirklich viele.

.

Jetzt unser Mensch laut schrie: „O weh,

lasst mich in Ruh‘, und ich gesteh‘,

es wär‘ schön, wenn ihr verschwändet,

den Besuch bei mir beendet.“

.

Sie kamen nah ans Bett heran,

es wimmerte der arme Mann.

Ein Messer blitzt mit glattem Stahl,

jetzt ist es aus, vorbei die Qual.

.

Das Messer hielt sein totes Weib,

ein Zittern ging durch seinen Leib,

und langsam wurde es ihm klar,

dass es ein schlimmer Albtraum war.

.

Die Zukunft der Erde

Wasser Luft und Energie

brauchen Menschen und das Vieh.

Doch die Wesen sind zu viel

jetzt geworden auf der Welt,

auch, wenn uns das nicht gefällt,

und die Technik kommt ins Spiel.

.

Mit ganz großer Willenskraft

man die neue Erde schafft.

Sie ist nicht, was Gott gefiel,

als er dieses Kleinod schuf.

Höret seinen großen Fluch,

und der Satan kommt ins Spiel.

.

Wie das alles weitergeht?

Vielleicht ist es schon zu spät?

Wird das unser Ende sein?

fragt der Mensch in großer Not.

Bleibt für uns nur noch der Tod?

Gott, schenk uns den Gnadenschein!

.

Freundschaft

Hast du etwas Zeit für mich?

Gern. Hier ist mein Ohr für dich!

Danke, höre mein Problem:

Es ist mir nicht angenehm.

Ich hab‘ Sorgen, wenig Geld.

Diese Welt mir nicht gefällt.

Auch gesund bin ich nicht mehr;

denn das Alter spür‘ ich sehr.

Danke, dass du zugehört.

Solch ein Freund ist sehr viel wert.

#gedichte

Die neue Zeit

Gedicht von Berndt Baumgart

Die alte Zeit ist nun vorbei,

und Werte sind ganz einerlei.

Es zählen jetzt nur Geld und Macht,

des Satans Werk ist fast vollbracht.

Und was kann ich dagegen tun?

In dunkler Nacht zehn Stunden ruh’n,

geniessen jeden Sonnenschein,

mich über schönes Festmahl freun.

Gott den Herren täglich loben.

Alles Gute kommt von oben.