Durch die Stadt ging ich heute
Was ich bald schon bereute
Denn ich sah viele Leute
Diese Meute
Heute.
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Der Hürdenläufer
Ein Hürdenläufer lieber schlief,
anstatt dass er fleißig lief;
und so tat er einst ein Rennen
statt durchlaufen glatt verpennen.
Den Siegeskranz nahm er nicht wichtig:
Doch ausgeschlafen war er richtig!
Der Unfug
Blödsinn war ihm nicht genug:
Da wurde aus dem Unfug Fug;
doch fand er, solcherart entstellt,
kein Plätzchen mehr auf dieser Welt,
trat nur ganz kümmerlich und schlecht
als Teil noch auf in „Fug und Recht“.
Er sah: So konnte das nicht bleiben
– nun geht er wieder Unfug treiben.
Die Vögel
Die Vögel fliegen hin und her
und haben regen Flugverkehr.
Der Reim ergäbe keinen Sinn,
flögen die Vögel her und hin.
Der Mann und das Finanzamt
Ein Mann geht zum Finanzamt hin,
mit gutem Mut und frohem Sinn.
Er möchte Geld zurückbekommen,
das man im Vorjahr ihm genommen.
Erst wartet er in einem Flur,
so ungefähr zwei Stunden nur,
dann ruft man ihn in ein Büro,
jetzt ist er dran, jetzt ist er froh.
Der Herr vom Amt ist missgelaunt.
Er fragt den Mann, der sehr erstaunt,
nach Formular C 4 F 3,
und isst sein Butterbrot dabei.
Dann fragt er noch, warum er nicht
schon früher kam, was seine Pflicht
gewesen wäre, und zum Schluss
es so kommt, wie es kommen muss:
Der Mann zahlt viele Steuern nach,
auch, wenn er jammert „weh“ und „ach“.
Es zeigt sich die Behörde hart,
ihm alles nimmt, was er gespart.
Doch er, nicht dumm, in Jahresfrist
schon selbst Finanzbeamter ist,
beginnt den Dienst im Monat Mai
-und isst sein Butterbrot dabei.
Lebensweisheit für den Mann
Trinkst du häufig Zwiebelsaft,
fördert das die Manneskraft.
Doch wirst du den Erfolg vermissen,
wenn alle Frauen ausgerissen.
Drum sollst Gemüsesaft du trinken,
dann hast du Kraft, ohne zu stinken.
Der Schwan und die Enten
Zwei Enten trafen einen Schwan,
den sahen sie sich staunend an.
Dann sprachen sie: Du edles Tier,
warum bist schöner Du als wir?
Dem Schwan gefiel die Schmeichelei,
drum schwamm er stolzgeschwellt herbei,
sah auf die Enten leicht hinab
und sagte ihnen kurz und knapp:
Ich bin von Adel, Entensklaven,
mein Geschlecht gönnt auch den braven,
die sich ducken, manch Pläsier,
seid fügsam, kommt und folget mir.
Dabei kam ein Jägersmann,
legte seine Büchse an,
ein Schuss, ein Treffer und vorbei
war’s mit der Schwan-Lobhudelei.
Frankenstein4
Der alte Herr von Frankenstein
verschüttete den Frankenwein
auf dem Teppich, welche Pein,
er musste in Gedanken sein.
Die heuchlerische Helferin
„Hallo, wie geht’s, hast du noch Schmerzen?“
„Nein danke, mir geht es sehr gut.“
„Hast es am Magen und am Herzen,
bist bald schon tot, ich weiß das gut.“
„Warum, wieso, mir geht es prächtig,
ich hab dir damals nur erzählt
von meinen Schmerzen, die mich mächtig
gepeinigt haben und gequält.“
„Schau nur, ich hab das nicht vergessen,
bist eine arme, kranke Frau.
Und ich empfehle dir den Doktor,
den ich gut kenne und genau.
Er ist mein Freund, wird sich beeilen
die Krankheit finden, er ist toll.
Bestimmt kann er dich ganz schnell heilen,
sei frohgemut, vertrau‘ ihm voll.
Und hilft das nicht, werd‘ ich dir schicken,
den Herrn Psychiater aus der Stadt.
Der wird dir dann die Seele flicken,
er ist der Beste, den man hat.“
Jetzt fasst sie mir noch an die Wange,
was soll das, wofür hält sie sich?
Mir wird es langsam Angst und Bange,
o weh, ich leide fürchterlich.
Ich will sie schlagen, will sie töten,
die Hexe, dieses böse Weib.
O Gott, Dein Rat ist nun vonnöten,
wer schafft mir dieses Biest vom Leib?
Dann meine Augen freundlich winken:
„Mir geht es gut, doch wie geht‘s dir?
Du kannst kaum laufen und musst hinken,
Ich helf‘ dir morgen um halb vier.“
„Danke, dir, ich muss jetzt weiter,
hab Termine, muss nach dort.
Werde schnell gesund, bleib heiter“,
-und schon war das Weibsbild fort.