Das Alter

So viele alte Menschen rauchen,
sind zu nichts mehr zu gebrauchen.
Die dünne Haut wird welk und schrumplig,
die Schritte werden zäh und humplig.
Der Gang wird langsam immer schlimmer,
und auch im Bett, da geht es nimmer.
Den Appetit hat man verloren,
die ganze Welt hat sich verschworen.
Hüfte, Knie sind beschädigt;
der alte Mensch ist fast erledigt.
Die Gesundheit wird nun wichtig –
saufen kann man nicht mehr richtig.
Die Nieren hören auf zu schaffen,
und auch die Muskeln, sie erschlaffen.
Die Bäuche werden immer fetter,
die Alten werden nicht mehr netter.
Sie glotzen gern mit offnem Munde,
doch bald naht ihre letzte Stunde.
Sie können nicht mehr richtig sehen,
und dann bleibt ihr Herzchen stehen.

Doch dem Klugen wird’s nicht bange:
Mit Freude währt das Leben lange.

Advertisements

Der Misthaufen

Ich bin auf dem Misthaufen groß geworden,
ich kann euch sagen, was gut und was schlecht,
mir ist die Welt einfach, ob Süd oder Norden,
drum glaubet mir alles, was ich sag‘, ist recht.

Ihr geht in die Irre, müsst mich einfach hören,
doppelt ist dreifach und zehnfach ist vier.
Ihr müsst mir nur den großen Eid schwören,
und dann geht zur Hölle, ihr dummes Getier.

Konkurrenzen

Ich bin sehr reich, sagte der Franz.
Ich bin sehr klug, entgegnete Hans.
Ich habe drei Frauen, erwiderte Glen.
Ich bin noch viel besser, behauptete Ben.
Ich kenne die Welt, betonte der Gunter,
da blitzten acht Augen, aggressiv-munter.

Ich bin hochsensibel, bekannte Marie.
Da schwiegen die Männer, und still wars wie nie.

Nachtgedanken

Rassismus, Dummheit, Angstgedanken
bringen unser Land zum Schwanken.
Wo sollen wir die Lösung suchen?
In dem großen Wohlstandskuchen?
In der Bildung, in der Liebe?
In dem Religionsgetriebe?
Bei den politischen Parteien,
die ihre laute Wahrheit schreien?
Auch aus des Seelendoktors Gründen
will man uns das Glück verkünden.
Vielleicht könnten wir schlicht beginnen,
bevor uns wird die Zeit verrinnen,
und den Erdball wir verlieren,
die Anderen zu respektieren.