Zwei Mädchen

Es waren einst zwei Mädchen,
die fuhren in das Städtchen.
Dort trafen sie zwei Pfaffen,
die wollten sie begaffen.
Und dann? Sie wussten keinen Rat;
Im Wege stand der Zölibat.
Sie gingen in die Sakristei,
da war’n die Herren vögelfrei.

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Konkurrenzen

Ich bin sehr reich, sagte der Franz.
Ich bin sehr klug, entgegnete Hans.
Ich habe drei Frauen, erwiderte Glen.
Ich bin noch viel besser, behauptete Ben.
Ich kenne die Welt, betonte der Gunter,
da blitzten acht Augen, aggressiv-munter.

Ich bin hochsensibel, bekannte Marie.
Da schwiegen die Männer, und still wars wie nie.

Sabine und Ruth

„Das Leben ist schwer“, klagt Sabine.
„Da hast du Recht“, entgegnet Ruth.
„Warum ich das denn nur verdiene?
Den anderen geht es so gut.“

Dabei verzog sich ihre Miene,
verächtlich zog den Mund die Ruth.
„Immer nur dieselbe Schiene,
wie blöd das dumme Leben tut.“

Sie fuhren fort, sich zu bedauern,
jammerten ganz laut und weit,
steckten in den dicken Mauern
der Beschränktheit unsrer Zeit.