Max, der Hund

„Gib Pfötchen, Max,“ Frau Brummer sagt,
weil ihr die Dominanz behagt.
„Dein Max ist aber wirklich lieb,
vergisst ganz seinen Mannestrieb,“
lobt sie die Ann, lang Witwe schon,
und krault ihn frech in dem Salon.
Als Max das rechte Beinchen hebt,

Frau Brummers Schrei im Raume schwebt.

Spätherbstgedanken

In trübem Wetter leben wir,
doch manche sind ganz gerne hier.
Wir lieben jeden Sonnenstrahl,
der selten hier ist, allemal.
Träumen von der Sommerhitze,
lieben die Gewitterblitze.
Auch Frühlingswärme wäre schön;
jetzt ist Nebel nur zu sehn.
Es hilft kein Jammern und kein Schrein:
Wir müssen halt zufrieden sein.

Der Dichter im Café

Er sitzt und brütet vor sich hin;

denn gut zu dichten ist sein Sinn.

Er dichtet ständig, permanent,

das weiß ein jeder, der ihn kennt. 

Er ist fast immer wohlgemut;

denn das Dichten tut ihm gut.

Er schreibt bei Bier und auch bei Wein;

denn im Café schmeckt alles fein.

Einst hebt ein Englein ihn empor;

dann dichtet er in Gottes Ohr.

Die Fledermaus

Bei Vollmond wird der Abend hell. 

Die Fledermäuse schwirren.

Lautlos für das Menschenohr 

kommen sie aus Mauern vor.

Die Beute sie verwirren –

und verschlucken sie dann schnell. 

Herbstbeginn

Ein Blatt tanzt in der klaren Luft,

aufgehängt am Spinnenfaden.

Die Herbsteszeit den Winter ruft.

Vorher kommen Nebelschwaden.

.

Schön ist sie dennoch, diese Zeit

mit den kühlen Sonnenstrahlen.

Jetzt kann der Herrgott weit und breit

jedes Blatt mit Gold bemalen.