Zwei Freunde gingen spazieren
und klagten einander ihr Leid.
Im Laufen und beim Parlieren
die Trauer verging und die Zeit.
Freunde – Ein Gedicht von Berndt Baumgart
Der frühe Vogel fängt den Wurm,
bei Regen, Schnee und auch bei Sturm.
Der späte Vogel frisst ihn auf –
voll Unrecht ist des Lebens Lauf!
Es liegt ein Mann am Chiemseestrand
und hält das Bierglas in der Hand.
Doch bald fällt ihm das Trinken schwer:
Der Mann ist voll, das Bierglas leer.
Ein Wolf aus den Karpaten
zum Mittelmeer wollt wandern.
Die Bären waren Paten.
Ihn lockte es nach andern
kleinen Wölfen im Revier;
denn er war ein Neugiertier.
So lief er viele Tage,
die Menschen wollt‘ er meiden;
sie war‘n ihm eine Plage
und konnten Wolf nicht leiden.
Die Alpen überquert er,
kam danach in Spanien an.
Seine Wölfin liebt er sehr,
und zwei Welpen kamen dann.
Die Jäger von den Farmen,
sie waren ohne Gnade
und hatten kein Erbarmen.
Ums Wölflein war es schade.
Doch schon im nächsten Jahre,
da wanderten die Jungen
bis hin zu den Karpaten.
Die Bären wurden Paten.
Ein kleines Schaf lief frei herum
im schönen Ort Bad Bürgersbrunn.
Der Menschen Angst war ziemlich groß:
Was will das weiße Schaf denn bloß?
Vielleicht unsre Katzen quälen,
sich mit einem Hund vermählen?
Warum ist’s nicht auf der Weide?
Ist es christlich oder Heide?
Schäflein brachte viele Fragen.
Keiner wusste recht zu sagen,
wofür im Ort es nütze sei.
Es lief herum, war einfach frei.
Am Kinderwagen schnüffelt’s gar-
die Mutter voller Panik war.
Und so hat der Rat beschlossen:
Dieses Schaf gehört erschossen.
Illustration von Nadia Baumgart