Überraschung

Ohne Zweifel, ohne Sorgen,

leben heute wir und morgen.

Kommt jedoch der Zweifel heute,

sind auch Sorgen da, ihr Leute.

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Daher also nicht mehr Denken,

Blicke in die Nähe lenken,

Gutes essen und auch trinken,

müde in den Traum versinken. 

.

Und wenn dann die Schüsse knallen,

überall die Bomben fallen,

werden überrascht wir sagen:

Wie kann jemand solches wagen?

.

#gedichte

Falke und Taube

Illustrierte Gedichte von Berndt Baumgart

Ohne Sturm- und Lederhaube

kämpft der Falke mit der Taube.

Der Sieg des Falken ist gewiss,

weil er halt ein Falke ist.

#gedichte

Kopfzerbrechen

Kopfzerbrechen – Ein Gedicht von Berndt Baumgart

Ohne Streusalz, ohne Sand

stürzen viele in dem Land.

Mancher bricht sich auch das Bein.

Doch es könnte schlimmer sein!

Wenn man sich den Kopf zerbricht,

nützen Sand und Streusalz nicht.

#gedichte #lyrik

Trotzdem

Trotzdem

Frust im Diesseits, Trost im Jenseits?

Das Diesseits ist recht bald vorbei.

Kurz vor dem Ziel sind wir bereits.

Priester versprechen mancherlei.

Nichts von dem Jenseits wissen wir.

Wir können träumen, hoffen nur.

Drum leben wir gern jetzt und hier.

Angst vor dem Tode? Keine Spur!

#gedichte #lyrik #illustriertegedichte #gedanken

Impressionen aus dem Café

Impressionen aus dem Café – Ein Gedicht von Berndt Baumgart

Impressionen aus dem Café

Im Café sitzen die Skelette.

Sie reden alle um die Wette.

Sehr fröhlich sie zusammen plappern.

Nur ab und zu die Knochen klappern.

Die Köpfe wackeln hin und her.

Und haben keine Augen mehr.

Die Kiefer klappen zu und auf.

Sie hau’n sich auf die Schultern drauf.

Und wie ich so nach unten schau,

da wird es mir im Magen flau.

Ich sehe meine eignen Knochen.

Die Angst ist mir ins Hirn gekrochen.

Nein, denke ich. Ich will noch leben.

Will nicht nach Knochenhaufen streben.

Wir brauchen Zunge, Magen, Fleisch.

Erst später kommt das Himmelreich.

#illustriertegedichte #gedichte #lyrik #niederbayern #leben

Das Sauggedicht

Das Sauggedicht

Das Kind saugt an der Mutterbrust.

Dem Säugling bringt das höchste Lust.

Die Mücke saugt das Blut heraus.

Aus Mensch und Tier, o welch ein Graus.

Die Spinne saugt die Mücke leer.

Das Blut darin, es schmeckt ihr sehr.

Der eine saugt im Herbste Laub.

Der andre, er saugt lieber Staub.

Gesaugt wird auf der ganzen Welt.

Auch, wenn es manchem nicht gefällt.

Den Blutsauger im Menschenreich

Erkennt man später, nicht sogleich.

Oft hast du arglos ihn gewählt.

Bald bist du leer und ausgehöhlt.

Bleib demokratisch, klug und stur.

Und hüte dich vor Diktatur!