Die liebe Familie

Ein Mensch kam spät am Abend heim.

Die Wohnung leer, er war allein.

Niemand ging ihm auf die Nerven,

wollte auf das Bett sich werfen.

.

Doch plötzlich ging die Türe auf,

es kamen rein in schnellem Lauf

alle von der Großfamilie,

ach, es waren wirklich viele.

.

Jetzt unser Mensch laut schrie: „O weh,

lasst mich in Ruh‘, und ich gesteh‘,

es wär‘ schön, wenn ihr verschwändet,

den Besuch bei mir beendet.“

.

Sie kamen nah ans Bett heran,

es wimmerte der arme Mann.

Ein Messer blitzt mit glattem Stahl,

jetzt ist es aus, vorbei die Qual.

.

Das Messer hielt sein totes Weib,

ein Zittern ging durch seinen Leib,

und langsam wurde es ihm klar,

dass es ein schlimmer Albtraum war.

.

Die Zukunft der Erde

Wasser Luft und Energie

brauchen Menschen und das Vieh.

Doch die Wesen sind zu viel

jetzt geworden auf der Welt,

auch, wenn uns das nicht gefällt,

und die Technik kommt ins Spiel.

.

Mit ganz großer Willenskraft

man die neue Erde schafft.

Sie ist nicht, was Gott gefiel,

als er dieses Kleinod schuf.

Höret seinen großen Fluch,

und der Satan kommt ins Spiel.

.

Wie das alles weitergeht?

Vielleicht ist es schon zu spät?

Wird das unser Ende sein?

fragt der Mensch in großer Not.

Bleibt für uns nur noch der Tod?

Gott, schenk uns den Gnadenschein!

.

Freundschaft

Hast du etwas Zeit für mich?

Gern. Hier ist mein Ohr für dich!

Danke, höre mein Problem:

Es ist mir nicht angenehm.

Ich hab‘ Sorgen, wenig Geld.

Diese Welt mir nicht gefällt.

Auch gesund bin ich nicht mehr;

denn das Alter spür‘ ich sehr.

Danke, dass du zugehört.

Solch ein Freund ist sehr viel wert.

#gedichte

Die neue Zeit

Gedicht von Berndt Baumgart

Die alte Zeit ist nun vorbei,

und Werte sind ganz einerlei.

Es zählen jetzt nur Geld und Macht,

des Satans Werk ist fast vollbracht.

Und was kann ich dagegen tun?

In dunkler Nacht zehn Stunden ruh’n,

geniessen jeden Sonnenschein,

mich über schönes Festmahl freun.

Gott den Herren täglich loben.

Alles Gute kommt von oben.

Alles Zufall?

Auf einem Baume saßen wir

und dachten, wozu sind wir hier?

Kann unser Leben Zufall sein?

Ich dachte ja, sie sagte nein.

Noch lange saßen wir zu zweit,

und dann kam die Schlafenszeit.

Gedanken in der Puszta

.

Fische, Vögel, Schmetterlinge,
hier sind sie, die schönen Dinge.
Wir dachten schon, sie gibt’s nicht mehr
und kamen voller Neugier her.

Autoscheiben voller Mücken,
heute ist das ein Entzücken.
Ohne Gift sie überleben.
Könnt‘ es das bei uns nur geben!

In Deutschland herrscht der „Pflanzenschutz“,
so nennt der Landwirt diesen Schmutz,
den er stolz auf die Felder fährt.
Monsanto macht die Welt verkehrt!

Die ganze Welt im Gift ertrinkt,
und die Moral der Reichen sinkt.
Wenn die Entwicklung geht zurück,
dann bleibt uns nur privates Glück.

#gedichte

Spätsommer

.

Des späten Sommers leichte Wärme
ist eine Zeit, von der ich schwärme.
Die Schwalben sind schon weg geflogen,
im Urinstinkt nach Süden zogen.
Die Mücken spielen in den Lüften,
wir laben uns an Kräuterdüften.
Noch viele Jahre will ich leben,
ach möge Gott mir diese geben!

Mensch oder Tier?

.

Manchmal frage ich mich hier,
ob ich Mensch bin oder Tier.
Wo der Unterschied denn sei,
das weiß niemand einwandfrei.

Also gliedern wir uns ein
als ein nacktes Tier, ganz fein,
aufrecht gehend, Hand in Hand.
Leider fehlt uns der Verstand.

.

#gedichte

Welt und Menschen

Die Welt ist groß, die Welt ist weit.
Die Menschen haben keine Zeit.
Sie rennen hin, sie rennen her,
als ob das alles wichtig wär.
Sie hau’n sich auf die Köpfe drauf,
am Ende sterben sie zuhauf.
Die Welt ist weit, die Welt ist groß.
Der Mensch ruht in der Erden Schoß.

#gedichte